Rotes Kreuz ließ ASB-Logo entfernen. Bei Fotos fehlte Samariterbund-Logo auf neuen Notarzt-Einsatzfahrzeugen. RK-Landesverband sprach Machtwort.

Von Markus Glück. Erstellt am 11. Dezember 2018 (04:50)
Rotes Kreuz
Ohne Logo präsentierte das Melker Rote Kreuz das neue Notarzteinsatzfahrzeug auf seiner Facebook-Seite.

Erst vergangene Woche wurden 18 Bezirksstellen in Niederösterreich mit den neuen Notarzt-Einsatzfahrzeugen (NEF) ausgestattet. In der Bezirkshauptstadt wird der Stützpunkt gemeinsam vom Samariterbund (ASB) und dem Roten Kreuz betrieben.

Rotes Kreuz
Auf den Fahrzeugen findet sich neben dem Rotkreuz-Logo auch jenes des Samariterbundes.

Dass das Verhältnis zwischen den beiden Organisationen in der Stadt nicht das beste ist, ist schon länger bekannt. Ein Vorstoß des Melker Roten Kreuzes trieb den Samaritern aber zusätzlich die Zornesröte ins Gesicht. Zwar ist auf dem neuen NEF das Logo beider Rettungsorganisationen zu sehen, bei den offiziellen Fotos des Roten Kreuzes fehlt aber das ASB-Logo – es wurde kurzerhand wegretuschiert, was auf Facebook für Diskussionen sorgte.

Nachgefragt bei RK-Bezirksstellengeschäftsführer Max Hanke, bestätigt dieser den Eingriff: „Ja, wir haben das Samariterbund-Logo wegretuschiert. Wir wollen keine anderen Logos für unsere Werbezwecke verbreiten. Unser Logo ist eine Marke. Wir haben das für das Rote Kreuz gemacht“, will er keine Böswilligkeit hinter der Aktion erkennen. Hanke betont auch, dass man mit den Kollegen, die Einsätze mit dem NEF fahren, ein gutes Auskommen habe. Auch will er keinen Widerspruch zum Grundgedanken einer Rettungsorganisation erkennen: „Die Bilder sind einzig für unsere Öffentlichkeitsarbeit gedacht.“

Landesverband reagiert nach NÖN-Anfrage

Nachdem die NÖN-Recherchen zur Thematik hohe Wellen schlugen, reagierte der Landesverband des Roten Kreuzes prompt. Binnen weniger Minuten wurden sämtliche retuschierte Fotos entfernt. „Das ist nicht unser Stil und so etwas wird auch nicht mehr vorkommen“, verspricht Andreas Zenker, Pressesprecher des Roten Kreuzes Niederösterreich.

So haben Rotkreuz-Verantwortliche mit der Bezirksstelle Melk ein klärendes Gespräch geführt, danach wurden die Bilder entfernt. Gegenüber der NÖN lobt Zenker die Zusammenarbeit mit den Partnern des Roten Kreuzes: „Wir brauchen unsere Partner nicht verstecken und wir sind stolz, dass wir mit dem Bundesheer, der Polizei und dem Samariterbund ein gutes Auskommen haben. So etwas wird nicht mehr vorkommen.“

Die Verantwortlichen des Samariterbundes Niederösterreich wollten zur Logoentfernung durch das Melker Rote Kreuz hingegen keinen Kommentar abgeben.