Siedlungserweiterung: Mehr Lärmschutz entlang der A1. Lärmkataster für neues Wohngebiet fertig. 35 Baurechtsgründe sollen bereits im Sommer vergeben werden.

Von Markus Glück. Erstellt am 08. Januar 2019 (05:00)
Schweiger
Im Bereich der Südspange entstehen in Zukunft mehr als 350.000 man Baufläche für Wohngebiete sowie 744.000 mBetriebsgebiet.

Dank des Schulterschlusses zwischen Stift Melk und Stadtgemeinde Melk darf die Stadt von einer Siedlungserweiterung Richtung Süden träumen. Wie die NÖN bereits berichtete, sollen in den nächsten Jahren im Bereich der Südspange mehr als 350.000 m an Baufläche für Wohngebiete sowie 744.000 m als Betriebsgebiet geschaffen werden. Widerstand regte sich zuletzt unter Anrainern, die eine weitere Steigerung von Lärm, Verkehr und Feinstaub befürchten. Unterstützung erhielten die Bürger zuletzt vor den Grünen, die bereits seit Jahren Maßnahmen aufgrund des gesteigerten Zugverkehrs und der Autobahn forderten.

Erdwall-Verlängerung steht zur Debatte

Zuletzt erfolgte die Fertigstellung eines Lärmkatasters für diesen Bereich. Die genauen Ergebnisse will VP-Bürgermeister Patrick Strobl nach dem Jahreswechsel präsentieren, allerdings dürften weitere Maßnahmen entlang der Autobahn notwendig sein. „Wir führen aktuell Gespräche, um die Lärmschutzmaßnahmen auf der Autobahn weiter auszubauen“, sucht Strobl eine gemeinsame Lösung mit der Asfinag.

Neben einer verbesserten Lärmschutzwand steht auch eine Verlängerung des bestehenden Erdwalls gegenüber dem neuen Kasernen-Areal zur Debatte. Skeptisch zeigt sich Strobl gegenüber dem zuletzt von den Grünen geäußerten Wunsch von Tempo 100 auf der Westautobahn im Stadtgebiet. „Ich lasse mich zwar gerne eines Besseren belehren, glaube aber nicht, dass es zielführend ist. Zudem startet ab Winden bereits Tempo 140“, erklärt Strobl gegenüber der NÖN seine Bedenken.

„Ich lasse mich bei Tempo 100 zwar gerne eines Besseren belehren, glaube aber nicht, dass es zielführend ist.“Patrick Strobl, Bürgermeister

In einem eigenen Baubeirat sollen die Ergebnisse der Messungen einfließen und es soll auch über die künftigen Bauwerke gesprochen werden. Zum ersten Mal wird es dadurch Baurechtsgründe für Jungfamilien in der Bezirkshauptstadt geben. Ein langer Wunsch von Strobl wird damit Wirklichkeit: „Der Schwerpunkt liegt auf jungen Familien. Sie sollen die Möglichkeit haben, nach der Ausbildung, etwa in Wien, wieder in ihre Heimat zurückzukehren und hier eine Familie zu gründen.“

In der vergangenen Gemeinderatssitzung stellte der Gemeinderat nun die ersten Weichen für die Siedlungserweiterung. So stellte VP-Stadträtin Sandra Hörmann und Stadtchef Strobl den Teilungsplan über die Parzellierung der 35 Baurechtsgrundstücke vor. Zusätzlich beschlossen die Mandatare Aufschließungen im Bereich Abwasser- und Wasserversorgung zur Erweiterung des Siedlungsgebietes bei der Lebzelterbreite – gemeinsam mit Arbeiten beim Kronbichl – in der Höhe von insgesamt 4,6 Millionen Euro. Die Nachfrage ist laut Strobl bereits jetzt sehr groß:

Nach einem NÖN-Bericht erhielt die Stadtgemeinde bereits 18 Anfragen. Die Höhe des Baurechtzinses für die Grundstücke in der Größenordnung von 500 bis 800 m liegt derzeit noch nicht vor und soll bei einer Präsentation im Jänner vorgestellt werden. Um eine optimale Koordination für Interessierte zu gewährleisten, wird im Rathaus ab Jänner eine neue Servicestelle für jene Personen eingerichtet, die sich in Melk ansiedeln möchten. Ansprechperson dafür ist Horst Langer. Der Baustart der Einfamilienhäuser ist für Sommer 2019 geplant, womit Strobl eines seiner obersten Ziele rechtzeitig vor der Gemeinderatswahl 2020 umsetzen würde.

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