Melk

Erstellt am 10. Januar 2019, 09:05

von Denise Schweiger

Verein „MERKwürdig“: Kein Platz für NS-Sprech. Der Obmann des Melker Gedenkvereins „MERKwürdig“ fordert Konsequenzen nach FP-Sagern im Nazi-Jargon.

Alexander Hauer, „MERKwürdig“-Obmann.  |  Parlamentsdirektion/ Zinner

„Es wird immer deutlicher, wie sehr sich die Grenze des Sagbaren immer mehr ins vormals Unerträgliche verschiebt“, schüttelt Alexander Hauer, Obmann des Melker Gedenkvereins „MERKwürdig“, den Kopf. Dass Nazi-Jargon immer öfter von FP-Politikern salonfähig gemacht wird, widerstrebt ihm.

Vergangenes Jahr sorgte FP-Innenminister Herbert Kickl mit seinem Vorschlag, Asylwerber „konzentriert“ unterzubringen, für Furore. Jüngst legte FP-Landesrat Gottfried Waldhäusl mit einem Sager im Nazi-Sprech nach: In der Debatte um das mittlerweile geschlossene Asylquartier in Drasenhofen geriet er erst in Erklärungsnot, dann unter Beschuss. Für Asylwerber, die sich nicht integrieren wollen, wäre laut dem Freiheitlichen nämlich eine „Sonderbehandlung“ nötig. Darunter verstanden die Nazis das Töten von Menschen.

Dass VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner Waldhäusls Wortwahl als „Begriffsdebatte, an der sie sich nicht beteiligen will“ abhakte, ließ die Opposition umso mehr toben. In Melk fordert man ebenso Konsequenzen. „Vor wenigen Jahren hätte so etwas automatisch zu einem Rücktritt geführt. Wer mit NS-Jargon spielt, ist als Regierungsmitglied nicht tragbar und für die Aufgabe des Asylwesens völlig ungeeignet“, so Hauer, der betont, dass die Verrohung der Sprache der erste Schritt in Richtung Gewalt ist.

Zudem fordert er Rücksicht auf jene Menschen, die die NS-Zeit noch erlebt haben: „Wie soll ich ihnen und den Angehörigen bei der nächsten Begegnung ruhig in die Augen schauen, wenn solche Sager wieder möglich sind?“

Das Büro Mikl-Leitner war bezüglich dieser Thematik für keine Stellungnahme erreichbar.