Asbest-Alarm in Melker Betrieb. Bei Arbeiten zerbröselte alter Ofen. Betriebshalle in Pielach bleibt gesperrt.

Von Markus Glück. Erstellt am 17. September 2019 (05:02)
Glück
Unruhe zwischen Geschäftsführung und Belegschaft herrscht bei der Melker Firma Carlo Loysch GmbH nach einem Vorfall mit Asbest.

Es war eigentlich ein Routinevorgang, der vergangene Woche am Werksgelände der Firma Carlo Loysch GmbH durchgeführt wurde. Für den Austausch einer rund 50 Jahre alten Warmluftheizung durch eine Industriewärmepumpe musste ein alter Speicherofen entfernt werden. Beim Heben des Ofens durch eine Baufirma passierte dann Unvorhergesehenes. „Der alte Ofen ist uns zerbröselt. Da man glaubt, dass Asbest freigesetzt worden sein könnte, wurden die Betriebshallen aus Sicherheitsgründen gesperrt“, erklärt der Chef der durchführenden Baufirma.

Unbehagen löste die Aktion bei den rund 30 Mitarbeitern der Firma aus. Laut NÖN-Informationen wurde aufgrund des Vorfalls eine behördliche Sperre verhängt, die am Donnerstag für Teile des Betriebes, darunter die Büroräumlichkeiten, aufgehoben wurde.

„Lediglich die Metallverarbeitungshalle ist aufgrund der Verstaubung noch gesperrt und da wird am Montag entschieden (Anm.: nach Redaktionsschluss), wie das kurzfristig zu erledigen ist“, betont Loysch-Geschäftsführerin Susanne Riess. Für sie steht allerdings bereits jetzt fest, dass die Sperre des Betriebes, die am Donnerstag nur mehr die Produktionshalle betraf, unbegründet war. „Es gab keine Belastung und alle Mitarbeiter für diesen Bereich konnten wieder ihrer Arbeit nachgehen“, erklärt Riess.

BH Melk: Professionelle Sanierung erforderlich

Etwas anders sieht den Fall die Bezirkshauptmannschaft Melk. Zwar wurde durch einer Untersuchung eines gerichtlich Sachverständigen für Asbest die gesamte Sperre des Betriebes am Donnerstag aufgehoben, in der Produktionshalle besteht sie allerdings weiterhin.

„Wir erhalten in dieser Woche die genauen Untersuchungsergebnisse. Bei der Produktionshalle wird aber eine professionelle Sanierung erforderlich sein“, meint Gottfried Hagel, Bezirkshauptmann-Stellvertreter. Enttäuscht zeigt sich die Geschäftsführerin auch von einigen Mitarbeitern ihres Betriebes, die in der vergangenen Woche nicht zur Arbeit erschienen sind: „Die Vorgangsweise einiger Mitarbeiter mir als Eigentümerin und Geschäftsführerin gegenüber, verschiedene Anzeigen einzubringen, erscheint mir als sehr fragwürdig und wird in den nächsten Tagen erörtert werden.“