Robert Rausch: „Ich war gerne streng“. Für immer schulfrei: Ex-Direktor Robert Rausch über die NMS, seinen Ruf und seine eigene Zeit vor der Tafel.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 13. September 2019 (05:37)
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Der ehemalige Direktor Robert Rausch lässt seine Zeit in der NMS Revue passieren.

Normalerweise begrüßt Robert Rausch zum Start ins neue Schuljahr die Schüler der Neuen ÖKO-Mittelschule Pöchlarn. So war es zumindest die letzten 18 Jahre – als er noch Direktor war. Vor zwei Wochen startete für ihn nicht mehr die Schule. Er verbrachte den Tag mit seiner Frau. „Meine Ferien dauern ab jetzt länger“, schmunzelt Rausch.

Dass er einmal beruflich vor der Tafel stehen würde, stand für ihn schon früh fest. „Wobei ich zwischen Lehrer, Polizist und Journalist geschwankt bin“, erinnert er sich. 1979 startete der gebürtige Pöchlarner und Wahl-Krummnußbaumer an der Pöchlarner Volks- und Hauptschule. „Deutsch und Biologie waren meine Fächer. Am Anfang haben wir aber alles unterrichtet“, berichtet der Ex-Direktor.

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Die NMS Pöchlarn

Leistungsgruppen, die Umstellung von Hauptschulen auf die NMS, die Einführung der Öko-Schule in Pöchlarn – Zeit, um sich an ein System zu gewöhnen, hatten Lehrer in den vergangenen Jahren nicht viel. „Ich wäre ja für die Gesamtschule. Alle Zehn- bis 14-Jährigen sollten nach einem Konzept unterrichtet werden, weg von AHS und BHS.“

Um für den Schulalltag gewappnet zu sein, wünscht sich Rausch mehr Praxis bei der Lehrerausbildung. An seine erste Stunde als Lehrer kann sich Rausch noch gut erinnern. „Mein Betreuer sagte mir, dass sie ‚saufad‘ war“, lacht er. Rausch weiß, dass ihm sein Ruf als strenger Lehrer vorauseilte. „Ich war gerne streng. Ein Ordnungsrahmen muss sein.“ Streng bemessen war Rauschs Freizeit.

Ab 1995 saß er im Gemeinderat, im Jahr 1997 rückte er in den Bürgermeister-Sessel. Der Spagat Schule und Gemeindeamt verlangte Rausch bis zu seinem Rücktritt 2010 viel ab. „Ich bin in dieser Zeit sicher schneller älter geworden.“ Zudem kam die Familienzeit viel zu kurz. „Das will ich nun ändern.“ Wofür sich Rausch heute entscheiden würde? Polizist, Journalist oder Lehrer? „Der Lehrberuf ist wunderschön. Ich hatte immer ein tolles Team um mich. Ich bin stolz, wie sich die NMS entwickelt hat“, lobt er.Was Rausch definitiv nicht vermissen wird, weiß er aber auch: „Die überbordende Bürokratie ging mir schon gehörig auf die Nerven.“