Die Region Mank am Abstellgleis?. Mank ist eine von wenigen Städten im Land ohne Bahnanbindung. Wie gut ist das Angebot an öffentlichem Verkehr?

Von Michael Bouda. Erstellt am 11. Dezember 2018 (03:00)
M. Wallner

Was haben Zwettl, Gföhl, Groß-Enzersdorf und Mank gemein? Sie allesamt gehören zu jenem Viertel der niederösterreichischen Städte, das nicht mit der Bahn erreichbar ist. Das hat eine aktuelle Studie des VCÖ (früher „Verkehrsclub Österreich“, heute „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“) ergeben. Markus Gansterer, VCÖ-Verkehrsexperte, stellt dabei fest: „Jede Stadtgemeinde sollte gut mit der Bahn erreichbar sein. Dieses Ziel sollte Österreich anstreben.“ Denn nur wenn mehr Fahrten vom privaten Pkw auf die Bahn verlagert würden, könne Österreich seine Klimaziele erreichen.

Dass es keine Bahnverbindung nach Mank gibt, sieht Bürgermeister Martin Leonhardsberger (VP) nicht als problematisch an. „Im ländlichen Bereich ist es immer eine große Herausforderung – vor allem in Niederösterreich als Flächen-Bundesland. Bei uns wurde die Bahn zu wenig genutzt, sonst wäre sie weiterbetrieben worden“, spricht der Manker Ortschef die Einstellung der Krumpe an und verweist auf die Alternativen: „Deshalb wurde darauf geschaut, attraktive Buslinien und andere Angebote zu schaffen, um das Mobilitätsbedürfnis der Bevölkerung abzudecken.“

So hebt Leonhardsberger die Errichtung und Sanierung von Bushaltestellen ebenso hervor wie das „Mitfahrbankerl“ und den Ausbau des Radwegnetzes: „Wer Radfahrer ernten will, muss Radwege säen“, schmunzelt er. Erst vor Kurzem wurde der Radweg entlang der Landstraße 89 fertiggestellt.

„Gerade Mank ist sehr engagiert“

Rückendeckung bekommt Leonhardsberger von Karin Schildberger, Mobilitätsmanagerin bei der NÖ.Regional.GmbH: „Gerade die Stadtgemeinde Mank ist sehr engagiert beim Thema öffentlicher Verkehr. In den letzten Jahren wurde in den Ausbau der Bushaltestellen – die im Zuständigkeitsbereich der Gemeinden liegen – investiert.“

Weiters spricht Schildberger das ÖV-Schnupperticket an, das von der Gemeinde ausgeborgt und für die Verbindungen zwischen Mank und Wien kostenlos benutzt werden kann.

Kilbs Bürgermeister Manfred Roitner (VP) ist mit der Entwicklung in Kilb ebenfalls zufrieden und hebt die Neugestaltung der Bushaltestelle in Teufelsdorf hervor: „Im Wesentlichen funktioniert es mit den Busverbindungen sehr gut.“

Klar ist, dass es immer Luft nach oben gibt. So setzt sich Hürms VP-Bürgermeister Johannes Zuser dafür ein, dass es nächstes Jahr eine höhere Frequenz in Richtung Loosdorf und eventuell auch in Richtung St. Pölten gibt. „Das Angebot an öffentlichem Verkehr ist nicht  schlecht, aber es wäre gut, es zu vertiefen“, sagt Zuser.

„Sich auf Bahn oder Bus festzulegen, ist ein etwas eindimensionales Denken. Wichtig ist, dass die Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste erfüllt werden. Und das geht mit dem Bus genauso wie mit der Bahn.“Georg Huemer

Und dies soll 2019 auch passieren. Denn ab September des nächsten Jahres „verkehren in der Region neue, einheitlich gebrandete Busse“, wie Georg Huemer vom Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) erklärt. Dabei erfolgt auch eine Überarbeitung der Linienfahrpläne.

Huemer sieht den öffentlichen Verkehr in der Region aber jedenfalls auch ohne Zuganbindung sichergestellt: „Sich auf Bahn oder Bus festzulegen, ist ein etwas eindimensionales Denken. Wichtig ist, dass die Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste erfüllt werden. Und das geht mit dem Bus genauso wie mit der Bahn.“