Bezirk Melk: Gastronomie ist in den Startlöchern. Die Gastronomie darf mit 19. Mai ihre Pforten öffnen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, auch wenn es einige Herausforderungen gibt.

Von Michael Bouda, Lisa Schinagl und Markus Glück. Erstellt am 12. Mai 2021 (05:31)
MaxiMahl-Chef Max Dienstbier und Patrick Fürlinger treffen die Vorbereitungen für die Eröffnung am 19. Mai. Foto: Glück
Glück

Tratschen im Kaffeehaus, Mittagessen im Gastgarten – was einst reine Wunschvorstellungen waren, wird nun Realität, denn ab Mitte Mai dürfen Gastronomen wieder zu Tisch bitten. Unter Einhaltung bereits bekannter CoV-19-Schutzmaßnahmen soll der Restaurantbesuch möglichst ansteckungsfrei vonstattengehen. Für die Gäste gilt es, einen gültigen Test, eine Genesung oder Impfung vorweisen zu können.

Kontrollen werden zur Herausforderung

Doch gerade diese Kontrollen werden für Gastronomen zur Herausforderung, meint Josef Heinreichsberger, Chef des Hotel-Restaurant Moser in Pöchlarn. Besonders die Ungewissheit erschwert die Planungen für die Öffnung, da den Gastronomen vorerst wenig Informationen zur Verfügung stehen. „Wir wissen bis heute nicht, ob es überhaupt einen Impfpass geben wird“, bedauert er die fehlenden Verordnungen.

Michael Ringsmuth, Chef des Hotels und Restaurants Wachauerhof in Melk, verweist ebenfalls auf die Herausforderungen der Kontrollen von Eintrittstests und Co. „Wir müssen jeden Gast bitten, etwas vorzuweisen“, erklärt er. Dies werde in erster Linie hinsichtlich des Datenschutzes zum Problem, meint Ringsmuth. Trotz alledem sei sein Gasthof für die kommenden Öffnungen gut vorbereitet.

Bereits vorab wurde der Gastgarten komplett neu gestaltet und auch der Wintergarten erscheint nun in neuem Glanz. Bei den Umbauten wurden die Corona-Bedingungen laut Ringsmuth mitberücksichtigt, sodass etwa Abstandsregelungen ohneweiters eingehalten werden können. Ebenso soll es im Gasthaus vor allem sonntags eine Testmöglichkeit für die Gäste geben und auch Hygienevorschriften werden nicht aus den Augen gelassen.

„Wir wissen aus dem Vorjahr, wie wir uns vorbereiten müssen. Einzig die Kontrolle der Testergebnisse kommt neu hinzu.“ Max Dienstbier

Den „großen Ansturm“ erwartet Ringsmuth aber nicht, die Meinungen zur Corona-Pandemie seien dafür zu gespalten. Heinreichsberger teilt diese Ansichten und erklärt, dass auch Buchungen in der Hotellerie zurzeit selten vorkommen. Er spricht von vier bis sechs Wochen Anlaufzeit, bis der „Standard“ erreicht wird.

Im Restaurant Moser gibt es besondere Pläne zur Wiederöffnung aber nicht. Für ihn ist es primär wichtig, die „Stammgäste wieder ins Haus zu bekommen“, schmunzelt er. Im Wachauerhof wird die Öffnung erst einmal „normal anlaufen“, wenn sich die Situation verbessert, werde es womöglich die ein oder andere Aktion geben, erklärt Ringsmuth. 

Im Ybbser Restaurant „MaxiMahl“ von Max Dienstbier laufen die Vorbereitungen für die Öffnung auf Hochtouren. „Wir wissen aus dem Vorjahr, wie wir uns vorbereiten müssen. Einzig die Kontrolle der Testergebnisse kommt neu hinzu“, betont Dienstbier. Er geht von einem guten Besuch gleich zu Beginn der Wiederöffnung aus, hofft aber, dass die Menschen danach nicht „testfaul“ werden.

Schon bisher konnte das Hotel-Restaurant zur Post in Melk regelrechte Besucherströme verzeichnen – allerdings nur beim Eissalon, bei dem es seit Ende März Eis zum Mitnehmen gibt. Take-away gab‘s auch beim Essen während des Lockdowns. „Aber die Leute freuen sich darauf, wenn sie wieder bei uns sitzen können“, erzählt Inhaber Johannes Ebner.

Für die Öffnung sei man bereits „voll in den Startlöchern“ – im Hotel nahm man mehrere Renovierungsarbeiten vor, das Restaurant war bereits im Vorjahr renoviert worden, nach der baldigen Corona-bedingten Schließung freue sich Ebner, dass man darin nun bald die Gäste begrüßen darf.

Getestet wird regelmäßig auch das „Maxi Mahl“-Personal: „Wir sind Teil der ,Sicheren Gastfreundschaft‘ und ich bin froh, dass diese Aktion fortgesetzt wird.“ Wenig Auswirkungen haben die Corona-Verordnungen auf den historischen Innenhof, da die Plätze in Nischen sind. Einzig die Abstände müssen noch vergrößert werden. Ab Juli hofft Dienstbier dann auch, seine beliebten Kulturevents im Innenhof anbieten zu können.

Vereinzelte Abgänge beim Personal

Die Corona-Pandemie hatte allerdings Auswirkungen auf das Personal. Eine Köchin hat das Team verlassen und wurde wieder rasch nachbesetzt, für das Service werden derzeit noch Mitarbeiter gesucht. Ans große Wirtesterben nach der Pandemie glaubt Dienstbier nicht: „Es gibt Stundungen mit Ratenzahlungen auf fünf Jahre. Das sollten die meisten schaffen.“ 

Berufsspartenwechsel konnten auch Heinreichsberger und Ringsmuth in Erfahrung bringen:  „Viele sind in Pflegeberufe gewechselt“, stellt Ringsmuth fest. Im Restaurant von Josef Heinreichsberger hätten sich ebenfalls langjährige Mitarbeiter vom Betrieb gelöst. Der Personalmangel erstrecke sich laut Heinreichsberger über die gesamte Branche: „Wir haben zurzeit alle das gleiche Problem.“

Beim Bärenwirt in Petzenkirchen hat sich eine Küchenkraft eine andere Stelle gesucht. „Aber sonst bleiben alle im Haus“, ist Chef Erich Mayrhofer erleichtert. Derzeit bringe man „den Gastgarten auf Vordermann“ und sei viel mit Putzen beschäftigt.

Die vergangenen Monate nutzte man – nach der Neugestaltung der Küche im vergangenen Jahr – für die Renovierung des Saals, der auch für Tagungen zur Verfügung steht und in dem, so Mayrhofer, ab Juli hoffentlich auch private Feste wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern wieder abgehalten werden dürfen. Zum Schluss hat Mayrhofer noch einen Appell parat: „Ich hoffe auf die Fairness der Gäste, die entsprechenden Dokumente vorzuweisen, damit wir nicht Testpolizei spielen müssen.“

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