Pöchlarn

Erstellt am 11. Dezember 2018, 05:01

von Denise Schweiger

Erster Schritt für Hotelprojekt. Zu klein gewordenes Standesamt wandert in freie Fläche im Kommunalzentrum, auch Sitzungssaal übersiedelt nach unten.

Das Standesamt weicht zugunsten des Hotelprojektes, der Sitzungssaal wandert in die leere Fläche des Kommunalzentrums. (Bild unten)  |  Schweiger

Es sind gleich mehrere Fliegen, die man hier mit einer Klappe schlagen will: Das Standesamt im ehemaligen Rathaus ist zu klein geworden. Während die Archive des Kommunalzentrums im Obergeschoß aus allen Nähten platzen, steht der Großteil der Fläche im Erdgeschoß seit vier Jahren leer. Und Platz in der Innenstadt für das geplante Hotelprojekt wird auch benötigt. Derzeit ist die Stadt noch auf Investorensuche für ein 120-Betten-Hotel in der „Drei Sterne“-Kategorie. Ein möglicher Standort wurde aber schon ins Auge gefasst: der südliche Bereich des alten Rathauses. Sprich: das Standesamt.

Also steht 2019 ein räumlicher Umbruch in Pöchlarn an: Bei der vergangenen Gemeinderatssitzung beschlossen die Mandatare – wohlgemerkt nur die VP-Fraktion – die Umsiedlung des Standesamtes ins Kommunalzentrum für 380.000 Euro. Im Zuge dessen wandert auch der Sitzungssaal der Gemeinde ein Stockwerk tiefer: Für die rund 300 leer stehenden Quadratmeter ist ein barrierefreier Multifunktionsraum vorgesehen. Dort, wo derzeit noch die Gemeinderatssitzungen stattfinden, sollen künftig Büroräume entstehen. „Wir müssen verantwortungsbewusst in die Zukunft blicken. Der Platzmangel ist sowohl im Standesamt als auch im Kommunalzentrum mittlerweile akut“, erläuterte VP-Stadtchef Franz Heisler.

Das neue Rathaus entpuppt sich laut Energiebericht als Stromfresser.  |  Schweiger

Gerüchte bezüglich eines notwendigen Platzwechsels machten bereits im Frühjahr die Runde. FP-Stadtrat Gerald Albrecht betonte in einem NÖN-Gespräch im März, dass die Gemeinde diese Problematik verschlafen hat – und er ist nach wie vor dieser Meinung: „Das Gemeindeamt ist eine völlige Fehlkonstruktion. Unsere Fraktion hat schon sehr viel früher darauf hingewiesen und jetzt müssen wir erst recht das Budget belasten.“ Skepsis herrscht auch bei den anderen Oppositionsparteien vor – zumal sich bislang kein Investor für das Hotelprojekt der Stadt gefunden hat.

„Kein Mensch weiß, ob das überhaupt etwas wird. Hier geht es um sehr viel Geld“, schüttelte SP-Gemeinderat Günter Röhrl den Kopf. NÖN-Informationen zufolge gäbe es zwar einen möglichen Betreiber aus dem Bezirk, doch sonst ist der Traum vom zweiten Hotel der Stadt in der Schwebe. Das soll vor allem an der finanziellen Herausforderung liegen. Die Umsiedlungen und den Lokalwechsel beschloss die VP-Fraktion mehrheitlich, Grüne, SPÖ und FPÖ stimmten dagegen.