Pöchlarn

Erstellt am 03. Januar 2019, 05:22

von Denise Schweiger

„Freunderlwirtschaft“: Kritik an Job-Vergabe. SPÖ kritisiert Nachfolge der Stadtamtsdirektion: Einerseits, weil Schmoll keine Berufserfahrung hat, andererseits wegen VP-Nähe.

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Da Amtsleiter Johannes Giestheuer demnächst seine Altersteilzeit antritt, startete in Pöchlarn noch vor dem Jahreswechsel die Nachfolgersuche für die Stadtamtsdirektion.

Vier Kandidaten meldeten sich für den Job: Ein externer Bewerber sowie drei, die bereits im Kommunalzentrum tätig sind. Es gab vor dem Votum im nicht öffentlichen Teil der Dezember-Sitzung ein Hearing. Dabei traten die Bewerber vor eine Jury, zusammengesetzt aus Vertretern aller Fraktionen, die im Stadtrat vertreten sind (ÖVP, SPÖ, FPÖ), sowie einem externen Fachmann. Die Wahl fiel – mit der überwiegenden Mehrheit aller Gemeinderäte – auf Maria Schmoll, die derzeitige Sekretärin des Bürgermeisters.

Ein dubioses Wahlergebnis für die SPÖ: Schließlich haben die anderen Bewerber bereits Erfahrung auf diesem Gebiet. Sogar das Wörtchen „Freunderlwirtschaft“ fiel: Schmoll stand nämlich bei der Gemeinderatswahl 2015 auf der VP-Liste.

VP-Heisler: „Mandatare haben sich entschieden“[

Nach dem ersten Aufschrei vonseiten ÖVP und FPÖ ruderten die Sozialdemokraten zurück. „Uns geht es darum, dass die anderen Bewerber mehr Fachwissen haben. Wir haben persönlich nichts gegen Maria“, erläutert SP-Stadtrat Johann Gruber. Weiters bewarb sich laut SPÖ eine Mitarbeiterin für den Job, die eigentlich bereits vor einem Jahr als Nachfolge Giestheuers aufgenommen wurde.

„Das stimmt so nicht“, ärgert sich VP-Stadtchef Franz Heisler, „wir brauchten Verstärkung, daher haben wir sie eingestellt.“ Dass Schmoll den Job aufgrund ihrer VP-Nähe bekommen hat, wischt der Bürgermeister vom Tisch: „Der Experte stellte allen Kandidaten ein gutes Zeugnis aus. Der Gemeinderat hat so entschieden.“ Auch FP-Fraktionschef Albrecht Gerald hält den SP-Einwand für an den Haaren herbeigezogen: „Für uns war ausschlaggebend, dass Maria eine Pöchlarnerin ist.“