Helmabnahme nach Unfall: Streit während Erster Hilfe. 19-Jähriger wurde beschimpft, als er bewusstlosem Biker Helm abnahm. „Richtig gehandelt“, klärt Rotkreuz-Geschäftsführer auf.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 03. September 2019 (04:40)
Lisa S./Shutterstock.com
Symbolbild

Der Schock sitzt noch tief. Als es aber darauf ankam, reagierte ein 19-jähriger Soldat aus der Manker Region. Vergangenen Mittwoch verlor ein Motorradlenker auf der B1 in Ornding erst die Kontrolle über seine Harley Davidson, infolge des Sturzes dann das Bewusstsein. Beim Anblick des ohnmächtigen Bikers auf der Straße handelte der 19-Jährige ohne zu zögern. Als der junge Mann den Helm abnehmen wollte, erntete er von Anrainern und Passanten plötzlich entrüstete Beschimpfungen.

„Sie wurden richtig ausfällig. Ich würde ihm dabei das Genick brechen. Sie fragten, ob ich denn nicht wisse, was ich da tue“, berichtet der Ersthelfer. Doch das tat er, wie Rotkreuz-Geschäftsführer Max Hanke erklärt: „Ist der Patient bewusstlos, muss auf jeden Fall der Helm runter.“ In früheren Erste Hilfe-Kursen wurde das noch anders gelehrt, die Helmabnahme war ein absolutes Tabu. „Verletzungen an der Wirbelsäule sind dabei aber ausgeschlossen, da sie nur bei einer Stauchung von oben verletzt werden kann“, erklärt Hanke.

Das wusste auch der 19-Jährige. Als er den Helm abnahm, kam der Unfalllenker wieder zu sich. Die Rettungskräfte brachten ihn anschließend ins Krankenhaus.

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