Lokalaugenschein: Schimmel-Alarm im Gemeindebau. Erst übte Opposition Kritik am Zustand der Gemeindewohnungen, nun melden sich Bewohner. Ein Lokalaugenschein.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 12. November 2019 (05:12)

Von außen wirkt das Gemeindewohnhaus Auweg Nummer 4 regelrecht unscheinbar. Ein ganz normales Wohnhaus? Mitnichten, geht es nach den Bewohnern. „Sanierungsbedürftig ist gar kein Ausdruck“, meint Patrick Gschwandner. Seit 2003 wohnt er mit seiner Frau Sabrina und ihren drei Kindern im Gemeindebau. Nachdem jüngst ein FP-Dringlichkeitsantrag zur Sanierung der Wohnungen von der VP-Mehrheit abgeschmettert wurde, öffneten sie und Johann Plankenbichler die Wohnungstür für einen Lokalaugenschein.

Zuerst geht es in die Garage. Leuchtröhren an der Decke erhellen den grauen Beton. Was dabei ans Licht kommt: Durchschimmerndes Dämmmaterial, Schlaglöcher im Boden und tropfende Leitungen. „Zudem lassen sich die Brandschutztüren nicht schließen“, führt Gschwandner vor. „Und wenn es regnet, steht zentimeterhoch Wasser in der Garage.“

VP-Heisler verweist auf  Ergebnis der Begehung

Einen Stock höher zeigen die Mieter die nächsten Mängel auf. Die Stiegenspiegel lösen sich, Risse ziehen sich durch die Wände. Das größte Problem präsentiert sich allerdings hinter den einzelnen Wohnungstüren. Immer wieder kämpfen die Bewohner mit Schimmelflecken entlang der Fenster. „Das Haus ist einfach nicht gut isoliert. Daher nutzen die kleinen Gegenmaßnahmen auf Dauer nichts“, betont Gschwandner.

Maßnahmen setzen die Mieter mittlerweile auch selbst. Zwar wurde vor zehn Jahren die Innenraumisolation in einer Wohnung erneuert, doch der Schimmel kommt trotzdem immer wieder hervor. „Als wir das bei der Gemeinde meldeten, kam einmal jemand vorbei, der einfach mit Farbe über die Flecken malte“, berichten die Gschwandners. Mittlerweile ist der Unmut der Mieter groß. Obwohl es vor Kurzem eine Begehung mit dem Bürgermeister, der Hausverwaltung und einem Sachverständiger gab, glauben Plankenbichler und die Gschwandners nicht so recht an eine Verbesserung. „Es hieß schon, dass im Frühjahr 2019 alles gerichtet wird. Jetzt ist Herbst und es ist nichts passiert.“

Mit der Kritik konfrontiert, verweisen VP-Stadtchef Franz Heisler als auch Florian Liehr, Pressesprecher der Hypo NÖ vonseiten der Hausverwaltung, auf die jüngste Begehung. „Wir warten auf das Ergebnis und dann werden wir sehen, was umgesetzt werden kann“, meint Heisler. Er betont zudem, dass im Jahr über 100.000 Euro in die Gemeindewohnungen der Stadt investiert werden. Verwundert zeigt sich der Bürgermeister indes auch über den Zeitpunkt der Kritik: „Es kommt mir sehr komisch vor, dass dieses Thema so knapp vor der Gemeinderatswahl im Jänner auf einmal so stark in den Medien thematisiert wird. “