Ulrike Leitner: Rezeptsammlung für die Jugendseele. Ulrike Leitner aus Pöchlarn sprach mit der NÖN über ihr erstes Buch, was die Jugend bewegt und was ein „Atemstrudel“ ist.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 30. Oktober 2020 (05:21)
Ulrike Leitners Buch ist unter gedankenpopcorn.at und in Pöchlarns Trafiken erhältlich.
privat

Ulrike Leitner (37) ist Pädagogin, Gedächtnistrainerin und Autorin. Die zweifache Mutter aus Pöchlarn kümmert sich in der Schulseelsorge im Stiftsgymnasium Melk um die Anliegen der Schüler. Mit der Beratung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen beschäftigt sie sich seit Jahren.

NÖN: Frau Leitner, Ihr erstes Buch trägt den Namen „Rezepte zum Wohlfühlen“, ist aber kein Kochbuch per se, sondern ein Ratgeber für Jugendliche. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Ulrike Leitner: Ich wollte kreativ an die Sache herangehen. Ein Fach- oder Sachbuch spricht meiner Erfahrung nach die Jugend nicht so an. Da ich auch gerne koche, kam mir die Idee, das Ganze im Rezept-Stil spielerisch aufzubereiten.

Und was sind das für Rezepte?

Leitner: Die Rezepte beinhalten Übungen und Inhalte zur Stärkung der Persönlichkeit, des Selbstvertrauens und des Wohlbefindens. Das erste Rezept war „Lächeln – das beste Gewürz für den Tag“. Man findet auch den Gefühlsburger oder den Atemstrudel. Letzterer ist eine Anleitung für eine Atemübung. Prinzipiell geht es immer um das Wohlbefinden und die Frage, wie man es steigern kann.

Sie haben dieses Buch während des Corona-Lockdowns geschrieben. Was macht denn die Pandemie mit der Jugend?

Leitner: Grundsätzlich bemerke ich Veränderungen und Auswirkungen auf das Wohlbefinden und Verunsicherung.

Besonders für Kinder ist es schwer, zu verstehen, warum jetzt alle Masken tragen und Abstand halten. Haben Sie Tipps, wie man diese Situation Kindern erklärt?

Leitner: Meiner Erfahrung nach brauchen Kinder altersadäquate Informationen und das Ernstnehmen ihrer Sorgen und Ängste. Wichtig ist, mit ihnen darüber zu sprechen und den Fokus auf das Positive zu lenken und Dinge gemeinsam zu machen, die Freude bereiten und stärken. Ich mache das auch mit meinen Kindern im Alltag.

Abgesehen von Corona: Welche Themen bewegen Kinder und Jugendliche?

Leitner: Das ist ganz unterschiedlich, vom Lernen und Konzentration bis hin zum Freundeskreis, soziale Medien und Konflikten mit den Eltern. Mir ist wichtig, ihr Selbstbewusstsein zu steigern. Auch der Umgang mit Gefühlen ist oft ein Thema in der Beratung und auch im Buch gibt’s einige Rezepte dazu.