Pöchlarn

Erstellt am 08. Januar 2019, 04:00

von Denise Schweiger

Unsichere Zukunft: Fußballplatz in der Schwebe. Vereinshaus ist stark sanierungsbedürftig. Jetzt wird in Pöchlarn debattiert: Sanierung – oder sogar Verlegung?

Die Zukunft des Sportplatzes in der Pöchlarner Rechenstraße steht in den Sternen.  |  NÖN

Der Haussegen im Vereinshaus des SV Pöchlarn-Golling hängt derzeit gehörig schief. Dabei hätte es eine gemütliche Weihnachtsfeier Ende Dezember werden sollen: VP-Bürgermeister Franz Heisler sprach in seiner Rede ein haariges Thema an. Da das Vereinshaus stark sanierungsbedürftig ist (in diversen Räumen schimmelt es), holte der Verein einen Kostenvoranschlag zur Sanierung des Gebäudes ein.

Das Vereinshaus ist in die Jahre gekommen und schwer sanierungsbedürftig.  |  NÖN

Da es sich um eine, wie der Bürgermeister berichtet, „sehr hohe“ Summe handelt, wurden auch andere Alternativen ins Auge gefasst. In Zusammenarbeit mit dem NÖ Fußballverband besichtigte eine Delegation des Vereins gemeinsam mit Heisler die Liegenschaft. Und da kam erstmals die Verlegung des Sportplatzes zur Sprache: Rund um den Fußballplatz befinden sich Wohnungen. Um Beschwerden aufgrund des Lärms bei Spielen oder dem Training vorzubeugen, könnte man den Platz ja woanders hinverlegen. Etwa nach Golling – schließlich heißt der Verein SV Pöchlarn-Golling.

Heisler: "Wollte keine Missstimmung verursachen"

Dass es jedenfalls mehrere Möglichkeiten als nur die Sanierung gibt, wollte Heisler bei der Feier ansprechen. Das Ergebnis war eine hitzige Debatte, denn die Vereinsmitglieder fühlten sich eher auf den Schlips getreten als informiert. „Ich wollte keine Missstimmung verursachen. Wenn es nach mir geht, soll der Platz bleiben“, betont Heisler entgegen Gerüchten, dass die Gemeinde die Fläche ohnehin lieber für einen weiteren Wohnbau nutzen würde.

Der Stadtchef verweist zudem auf einen zusätzlichen Besichtigungstermin vor Ort, der demnächst stattfinden wird. VP-Vize und Sportreferent Markus Mandic hält die Debatte für verfrüht: „Fußball ist ein emotionales Thema, das steht außer Frage. Aber von einer Entscheidung sind wir noch weit entfernt.“

In drei Jahren steht unser hundertjähriges Vereinsjubiläum an. Das würden wir gerne in einem gebührenden Rahmen feiern.“Timon Redl, Finanzreferent

Nachgefragt beim Fußballverband, erläutert Ludwig Binder gegenüber der NÖN, dass der Ball jetzt bei Stadt und Verein liegt. „Es steht eine Generalüberlegung an. Erst wenn Gemeinde und Club das untereinander geklärt haben, kommt der Verband ins Spiel.“

Das Vereinshaus ist in die Jahre gekommen und schwer sanierungsbedürftig.  |  NÖN

Innerhalb des Vereins ist jedenfalls klar: Passieren muss etwas. „Wir verstehen die Argumentation betreffend eines Neubaus. Wenn jemand klipp und klar mit uns gesprochen hätte, wäre das nicht so gelaufen“, meint Finanzreferent Timon Redl. Er könnte sich auch vorstellen, den Fußballplatz in die Planung des Stadtbades miteinzubinden. Vereinstechnisch nach Golling zu ziehen, stößt laut Redl im Verein auf wenig Zustimmung.

Eine Entscheidung sollte jedenfalls bald fallen, wie Redl erläutert: „In drei Jahren steht unser hundertjähriges Vereinsjubiläum an. Das würden wir gerne in einem gebührenden Rahmen feiern.“