Hafenspitz Melk: Erste Arbeiten wurden vergeben. Donauschiffe sollen mit Entsorgung ihrer Abwässer einen Teil der Finanzierungskosten für Projekt beitragen.

Von Markus Glück. Erstellt am 09. Juni 2021 (11:41)
440_0008_8098480_mel23mg_hafenspitz.jpg
Die ersten Arbeiten am Melker Hafenspitz sind bereits gestartet.
Markus Glück, Markus Glück

Nächster Schritt am Weg zum neuen Schifffahrtszentrum am Melker Hafenspitz. Nachdem die Kostenanteile des Landes Niederösterreich für das rund fünf Million Euro teure Prestigeprojekt gesichert sind, bekam nun auch die Stadtgemeinde von der zuständigen Abteilung des Landes grünes Licht für ihren Finanzierungsanteil des Projektes.

Start für 2022 geplant

Wie berichtet soll bis zum Start der Tourismussaison 2022 am Melker Hafenspitz eine neue Anlegestelle sowie neue Parkplätze samt Campingplatz und ein Kinderspielplatz, aber auch ein neues Ticketing-Gebäude für die Donauschifffahrt entstehen.

Ende Mai begannen bereits die Abschürfarbeiten am ehemaligen Campingplatz-Areal. Danach folgen alle Einbauten sowie Anschlüsse, in der Folge wird wieder aufgeschüttet. Für die Kanal- und Wasserleitungsbauten beauftragte die Gemeinde die Baufirma Strabag – Kostenpunkt: rund 167.300 Euro. Zusätzlich sind rund 52.800 Euro für eine Dosieranlage samt Einbindung der Zählerschächte zur Kläranlage samt Montage, Schulung und Anlagendokumentation notwendig.

Für die Leerverrohrungs- und Verkabelungsarbeiten für die Herstellung des Parkplatzes Hafenspitz wird an die ARGE Gebrüder Haider und Held&Francke eine Auftragssumme von 102.450 Euro vergeben.

Stadt will Finanzierung transparent darstellen

Finanziert wird das Projekt laut Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann (ÖVP) mit Einnahmen aus den Radarboxen, aber auch durch die Zahlungen der Schifffahrtsbetreiber zur Entsorgung ihrer Abwässer. „Für uns ist wichtig, zu zeigen, wie wir unsere Projekte finanzieren“, betont Bürgermeister Patrick Strobl (ÖVP).

Um für die Gemeinde eine gewisse Absicherung zu haben – kritischen Medienberichten über die Fäkalienentsorgung an der Donau zufolge wurden 2019 11.000 m³ in Melk entsorgt – will Kaufmann das Gespräch mit den Betreibern der Linienschifffahrt und den DonauSchiffsstationen führen. Geplant ist ein Entsorgungsvertrag mit der Donau Schiffsstationen GmbH. „In ersten Vorgesprächen wurde unser Anliegen wohlwollend aufgenommen. Als Gemeinde brauchen wir Absicherung“, meint Kaufmann.

Melk soll Top-Destiantion für Schiffe werden

Birgit Wallner-Brandner, Geschäftsführerin der Donau Schiffsstationen GmbH will mithelfen, dass Melk eine Top-Destination für Schiffe aus dem In- und Ausland wird. „Qualität ist uns wichtig, das beginnt bei einem neuen Informationssystem über W-Lan an allen Donaustationen bis hin zu einer optimalen Versorgung der Schiffe mit allem, was sie für einen ordentlichen ökologischen Betrieb benötigen“, meint Wallner-Brandner.

Sie betont auch, dass nach der Fertigstellung des Projektes die Gäste in Melk ein einzigartiges Entree vorfinden werden. Auch für die Bevölkerung verspricht sie wunderbare Verweilzonen. „Damit wird die Schifffahrt den Menschen in Melk näher gebracht, das ist unser großes Anliegen“, betont Brandner-Wallner, dass das Projekt nach Möglichkeiten auch finanziell unterstützt wird.