Was sagen Sie dazu, Herr Haas?

Interviews, TV-Auftritte: Der Psychologe John Haas aus Melk ist derzeit sehr gefragt.

Erstellt am 02. Dezember 2021 | 04:05
Lesezeit: 1 Min
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John Haas (51) ist Psychologe, Lektor und Autor – und SPÖ-Gemeinderat in Melk. Seine Bücher finden Interessierte unter link.springer.com.
Foto: Friedl und Schmatz

„Es ist natürlich wahnsinnig interessant“, sagt John Haas. „Aber auch insofern anstrengend, weil jedes einzelne Wort eine gewisse Breitenwirkung hat.“

Bereits in der ersten „Corona-Welle“ wurde er des Öfteren vors Mikro gebeten. Doch jetzt häufen sich die Medienanfragen: Der Melker Psychologe stand etwa zuletzt dem britischen Journalisten Dermot Murnaghan für Sky Rede und Antwort (rund zwölf Millionen Zuseher!), der Harvard-Epidemiologe Eric Feigl-Ding zitierte aus Haas‘ Bestseller „Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie“ auf Twitter. Als Erster im deutschsprachigen Sprachraum befasste sich Haas im Vorjahr in Buchform mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die menschliche Psyche, nun wurde es auch auf Englisch im Springer-Wissenschaftsverlag publiziert. Das Interesse an seinem Werk ist groß: Die deutschsprachige Ausgabe wurde bereits über 55.000 Mal verkauft – und zum erfolgreichsten „Essentials“-Titel 2021 gekürt.

„Bemühe mich, knapp und sachlich zu argumentieren“

Nervös sei der 51-Jährige bei seinen Interviewterminen bisher nicht gewesen, sondern „voll fokussiert“. Und: Er verfolge auch „immer die Diskussion danach“. Denn – gerade beim Corona-Thema – wird die „Stimme der Wissenschaft“ schließlich auch gerne mal ignoriert. „Ich bemühe mich immer, knapp und sachlich zu argumentieren. Auch auf Social Media.“ Apropos: Wer Haas kennt – oder eben auf Facebook, Twitter und Co. folgt –, weiß, dass der Psychologe auch gern seinen Humor beweist. Ob er vielleicht auch deswegen bei den Medien beliebt ist? „Das könnte sein“, schmunzelt er.

Derzeit beschäftigt sich Haas übrigens mit einem neuen Thema: der „Infodemie“, ein Schachtelwort aus „Information“ und „Epidemie“. „Da studiere ich die Entwicklung der Reaktionen und die Verbreitung von Infos in den sozialen Medien“, gibt der Melker Einblick.