Postpartnerschaft in Persenbeug-Gottsdorf: Wutausbruch auf Facebook

Erstellt am 13. August 2022 | 04:12
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Foto: I AM NIKOM; Shutterstock.com
Postpartnerschaft für Trafikanten Bayer nun doch kein Thema. Bürgerlistenobfrau Kranzl ist empört und beschimpft Ortschef.

Die Postpartnerschaft bleibt ein heißes Thema. Erst sah es so aus, als ob Trafikant Sebastian Bayer anstelle der Gemeinde Postpartner wird. Nun gab es seinerseits eine Absage, die Postpartnerschaft obliegt weiterhin der Gemeinde. Bürgerlistenobfrau Christa Kranzl sieht die Schuld allerdings beim SPÖ-Bürgermeister Gerhard Leeb. Sie beflegelte ihn gar in einem Posting auf Facebook („Wie blöd muss man sein.“).

Kranzl warf dem Bürgermeister vor, dem Unternehmer falsche Zahlen vorgelegt zu haben. Des Weiteren soll der Ortschef einer Übernahme generell ablehnend gegenüber gestanden sein. Bei der offiziellen Eröffnung der Trafik Anfang Juni, erklärte Leeb aber gegenüber der NÖN, einer Übernahme – unter gewissen Bedingungen – positiv gegenüber zu stehen. In der nachfolgenden Gemeinderatssitzung wurden diese Bedingungen konkretisiert und – auch mit den Stimmen der Bürgerliste – beschlossen.

Neuerlicher Umbau rechnet sich für Trafikanten nicht

Warum sich Bayer nun doch dagegen entschieden hat, erklärt der Trafikant: „Ich habe mit der Post gesprochen und müsste mein Geschäft neuerlich umbauen, da 20 Quadratmeter an Fläche fehlen würden. Damit müsste ich meine Raucherlounge aufgeben, die aber sehr gut angenommen wird. Auch die finanziellen Aussichten sind, ohne Förderung seitens der Gemeinde, zu gering.“ Bürgermeister Leeb erwähnte der Trafikant gegenüber der NÖN also nicht. Kranzl sieht den Ortschef allerdings nach wie vor als den Schuldigen.

Ihr textlicher Wutausbruch sei „in der Emotion passiert“, betont Kranzl: „Ich wollte niemanden beleidigen. Für die Wortwahl möchte ich mich entschuldigen, inhaltlich jedoch bleibe ich bei meinen Aussagen“. Diese Entschuldigung hat Kranzl auch online veröffentlicht. Leeb ist indes verwundert über die Angriffe Kranzls.

„Ich als Bürgermeister werde mich nicht auf das Niveau dieser persönlichen Diffamierungen begeben. Für uns ist wichtig, dass die Postpartnerstelle auch für die nächsten Jahre besteht und die Versorgung unserer Gemeindebürgerinnen und -bürger sichergestellt ist.“ Es müsse auch nicht zwangsläufig die Gemeinde sein, die das gewährleistet. Es befremde Leeb sehr, „wenn ein junger Unternehmer benutzt und in politische Spielchen hineingezogen wird“: „Man sollte sich auf die Arbeit für unsere Bürgerinnen und Bürger konzentrieren.“

Angesprochen auf das jüngste Zerwürfnis zeigt sich ÖVP-Gemeinderat Roman Schinnerl bestürzt: „Es ist sehr schade, dass so Politik gemacht wird“.