35-Jähriger drückte Zigarette auf Stirn von Frau aus. 35-Jähriger soll Freundin misshandelt haben. Vor Gericht gesteht er teils und fasst ein Jahr bedingt verhängte Freiheitsstrafe aus.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 03. April 2019 (03:20)
APA (Symbolbild)

„Er hatte immer Recht, ich nie. Man durfte ihm nie widersprechen“, erzählt eine 55-Jährige aus dem Bezirk über ihren ehemaligen Partner. Weil dieser die Frau, so die Anklagebehörde, misshandelt haben soll, sitzt der Mann (35) vor einer Strafrichterin.

„Die Beziehung war schlimm, aber ich bin von ihm nicht losgekommen“, setzt die Frau im Prozess am Landesgericht fort und berichtet von Gewalt bei einem Streit. „Im Auto hat er mich gegen das Armaturenbrett gedrückt und mir mit der Faust auf den Kopf geschlagen. An den Haaren hat er mich gezogen, mir mein Handy entrissen und auf den Kopf geworfen. Dann hat er seine Zigarette auf meiner Stirn ausgedrückt, zwei Sekunden lang.“

„Er hatte immer Recht, ich nie. Man durfte ihm nie widersprechen.“Ehemalige Freundin des Angeklagten im Prozess

Der 35-Jährige aus dem Bezirk ist teilweise geständig. „Sie hat mich so narrisch gemacht, ich war auf 180. Ich war müde, wollte nach Hause und sie wollte nicht aus meinem Auto aussteigen“, erklärt er. Mehrmals habe er dann das Opfer aus dem Auto gezerrt. „Kann sein, dass ich sie dabei an den Haaren gerissen und sie mit der Zigarette verbrannt habe“, sagt er.

Um Milde bittet sein Verteidiger: „Mein Mandant war mit der Situation völlig überfordert. Er hat etwas falsch gemacht, das weiß er. Von Quälen kann man allerdings nicht sprechen.“

Strenge fordert hingegen der Staatsanwalt. „Ich meine schon, dass man der Frau glauben muss“, so der Ankläger. Und weiters: „Beide haben sich in dieser Beziehung nichts geschenkt. Es ist aber so, dass Frauen und Männer Konflikte anders austragen. Frauen mit ihren Mitteln, da werden Diskussionen ausgetragen, Männern mit anderen Mitteln, in diesem Fall mit Gewalt.“

Die Richterin verurteilt den 35-Jährigen wegen Verbrechens der Nötigung und Körperverletzung zu einem Jahr bedingt verhängter Freiheitsstrafe. 300 Euro muss er an das Opfer für erlittene Pein bezahlen, ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt. „Fotos des Opfers zeigen Kratzspuren, eine Brandwunde und Hämatome. Es muss somit mehrere Gewaltakte gegeben haben“, begründet die Richterin das Urteil (nicht rechtskräftig).