Der „Hafenspitz“ nimmt Formen an. Brückenumbau ermöglicht Neugestaltung des gesamten Areals rund um Agentiegebäude und Anlegestelle.

Von Markus Glück. Erstellt am 21. Mai 2019 (03:20)
Glück

Wenn im Oktober der Spatenstich für den Neubau der Brücke über den Donau-Altarm erfolgt, ist es zeitgleich auch ein Startschuss für die Neugestaltung des Melker Hafenspitzes.

Immer wieder musste das Brückenobjekt aus finanziellen Gründen abgesagt werden, die letzte Frist für die Behelfsbrücke läuft 2020 aus. Nachdem die Einhebung einer Brückenmaut – nach Protesten der Opposition – rasch verworfen wurde, gab das Land NÖ zuletzt erst dank der Einführung der Busgebühren grünes Licht.

Durch den Neubau erfolgt auch eine Verbreiterung der Fahrbahn und damit einhergehend müssen die Ticketgebäude – die künftige Trasse führt mitten durch die Gebäude – für die Linienschifffahrt weichen.

Eine Chance für ein neues Schifffahrtszentrum? Glaubt man den Gerüchten in der Stadt, planen Brandner Schifffahrt und DDSG, die beiden Betreiber der Linienschifffahrt auf der Donau, das ehemalige Agentie-Gebäude am Donauspitz neu zu beleben und darin nach Kremser Vorbild beide Verkaufsstellen zu vereinen.

Pläne sind bereits weit fortgeschritten

Wer aber jetzt von einem Schifffahrtszentrum mit Restaurant wie dem Kremser Wellenspiel träumt, wird enttäuscht sein. „Wir sind mit dem Fährhaus Jensch zufrieden“, betont VP-Stadtchef Patrick Strobl, der jedoch über die genauen Pläne noch nicht zu viel verraten will. In den nächsten Wochen führt er weitere Gespräche mit dem Land NÖ, diese sollen dem Vernehmen nach bereits weit fortgeschritten sein. „Es geht natürlich auch um die Finanzierbarkeit der Vorhaben“, lässt sich Strobl nicht in die Karten schauen.

Neben einem neuen Standort für die Ticketgebäude plant die Stadtgemeinde, auch die Linienschifffahrt vom Altarm auf den Donauspitz zu verlegen. Geschlossen wird der Kreis durch die Einführung der Busgebühren. Durch diese schafft die Stadtgemeinde direkt beim Hafenspitz einen neuen, größeren Busparkplatz. Hierfür erfolgt eine Verlagerung des Campingplatzes auf den Eigengrund des Fährhauses Jensch. „Die Linienschifffahrt will nicht hinausgehen, wenn dort kein großer Parkplatz zur Verfügung steht“, betont VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann.

Bei der Brandner Schifffahrt bestätigt Geschäftsführerin Barbara Brandner das Erfordernis der Verlagerung des Ticketings, aber auch die Überlegungen, die Ausflugsschifffahrt zum Hafenspitz zu übersiedeln. „Aus diesen Überlegungen ist das bestehende Agentie-Gebäude der Brandner Schifffahrt in Abstimmung mit der Stadt als solches aufrechterhalten worden“, erklärt Brandner. Für sie ist am Hafenspitz auch ausreichend Platz, um Busse, Pkw und Radfahrer in sicherer Form zu lenken. Einen Wunsch hat Brandner aber an die Zukunft: „Melk ist das Tor zur Wachau, da ist es wünschenswert, dass eine touristisch zeitgemäße Infrastruktur an Land hergestellt wird.“

Grünen-Kritik an Straßengestaltung

Grundsätzlich sind die Grünen Melks gegenüber den Veränderungen in der Melker Au positiv gestimmt, allerdings äußern diese Unverständnis darüber, dass der Rad- und Fußgängerverkehr durch den Ausbau der Rollfährenstraße an den Rand gedrängt wird. „Es gibt in diesem Bereich andere Lösungen und ich frage mich, warum niemand mit der Radlobby und uns spricht. Wir haben Ideen und man sollte uns bereits in den Entstehungsprozess einbinden und uns nicht immer erst mit fertigen Ideen konfrontieren“, ärgert sich Grünen-Parteichefin Bettina Schneck, für die sich die Straße als Begegnungszone perfekt eignen würde.