Straßenverkehr in der Wachau: „Freiwillig langsamer“ . Die Grünen setzen sich für Geschwindigkeitsreduktion um 20 Prozent ein.

Von Tanja Horaczek-Gasnarek. Erstellt am 08. August 2020 (04:41)
Thomas Weinzettel, Dena Seidl, Thomas Liska und Edith Bergmeyer (Foto unten) von den Grünen wollen die Wachau sanfter machen.
Grünen

Die Kulturlandschaft Wachau, seit 2000 in der Liste des UNESCO-Weltkultur- und -naturerbes aufgenommen, ist ein beliebter Ausflugsort. Laut den Grünen von Schönbühel-Aggsbach leidet jedoch die gesamte Wachau unter dem Verkehr.

Grünen

„Oftmals wird einfach zu schnell gefahren: im Ort, Überland und sogar in geschwindigkeitsreduzierten Zonen“, kritisiert Fraktionsobmann Thomas Weinzettel. Er und sein Team wollen sich jetzt für die „Sanfte Wachau“ starkmachen. Denn das erhöhte Verkehrsaufkommen während der touristischen Highlights wie der Marillenblüte und der Marillenernte löst einen Verkehrsnotstand aus. „

Auf beiden Seiten der Donau ist der Verkehr bis auf die Bergkämme und Bergspitzen hinauf präsent. Die Marke ‚Die sanfte Seite der Wachau‘ verkommt zur Farce“, ist Weinzettel empört. Vor allem der Schilderwald 50/70/100 entlang der B33 ist laut den Grünen nur selten woanders zu finden. „Wozu gibt es in Schönbühel eine 100er-Zone für 200 Meter zwischen einer 70er-Zone und einem Ortsschild?“, fragt sich Weinzettel. Komisch findet er auch, dass es innerhalb von Orten 70er-Beschränkungen gibt.

Die Sicherheit soll im Vordergrund stehen

„Bei uns in Schönbühel trifft das sogar nur für eine Fahrtrichtung zu, weil es für beide zu gefährlich ist. Es bedarf einer Bewusstmachung der angelernten Anforderungen an Mobilität“, setzt er fort. Was verstehen die Grünen darunter? Laut Weinzettel zählt ein entspanntes Autofahren mehr als Hektik. Auch die Sicherheit des Ankommens sollte im Vordergrund stehen.

Ziel ist die freiwillige Unterschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten um 20 Prozent innerhalb der Wachau. Das heißt genau: Die Grünen befürworten 40 Kilometer in der Stunde im Ort und 80 im Überland. Das Projekt ist eine Vorbereitung für ein Umdenken, welches in ganz Österreich im Hinblick auf CO2-Neutralität 2040 von zentraler Bedeutung ist. „Ein kleiner Beitrag in einer kleinen Region – und einbinden wollen wir alle Gemeinden der ‚sanften Seite der Wachau‘“, teilt der Grünen-Sprecher mit. Ein weiteres Anliegen ist der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und eine Fahrpreis-Anpassung.

VP-Bürgermeister Erich Ringseis, mit den Forderungen der Grünen konfrontiert, meint: „Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Jedoch wird es schwer umzusetzen zu sein.“ Es gab laut ihm schon dutzende Anträge bezüglich einer Geschwindigkeitsreduktion. „Ich wäre schon damit zufrieden, wenn sich alle an die vorgegebene Geschwindigkeit halten“, betont Ringseis.