Schauspiel-Epos in Turnschuhen. „Babylon“-Ensemble probt in Wachauarena. Die NÖN blickte hinter die Kulissen.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 15. Juni 2019 (04:00)
Schweiger
Sophie Prusa spielt die Priesterdienerin und Königstochter in „Babylon“.

Sophie Prusa blickt in den Himmel, ihre Schultern sind gespannt. Sie holt noch einmal tief Luft – gleich ist ihr Einsatz. In der nächsten Szene erläutert sie in ihrer Rolle als Priesterdienerin die zahlreichen Gottheiten Babylons. Aber bevor sie noch den ersten Schritt macht, ertönt eine Stimme abseits der Bühne: „Sophie, gehst du bitte noch einen kleinen Schritt nach links?“

Die Premiere vom diesjährigen Sprechstück der Sommerspiele, „Babylon“, rückt mit großen Schritten näher. Am Mittwoch, 19. Juni, ist es so weit. Und damit bei den Vorstellungen jede Bewegung sitzt, spielt das „Babylon“-Ensemble mit Intendanten Alexander Hauer seit zwei Wochen das Stück in der Wachauarena durch. „Wir proben vorher in Wien. Sobald das Bühnenbild fertig ist, wechseln wir nach Melk“, erläutert Hauer.

Der Text sitzt bei den Schauspielern mittlerweile schon. Bei den letzten Proben vor der Premiere geht es vor allem um das Positionieren der Darsteller. Keine leichte Aufgabe dieses Jahr: Das Alu-Konstrukt, das den Turm zu Babel darstellt, bewegt sich im Laufe der Geschichte schließlich auch.

Eine Krone aus Karton und Stoffresten

Noch stehen die Darsteller in Freizeitkleidung und Turnschuhen auf der Bühne. Als König Emmerkar braucht Giuseppe Rizzo aber auch schon bei den Proben eine Krone. Prompt wurde ihm eine glitzernde Attrappe aus Stoffresten und Karton aufgesetzt. „Wenn die Kostüme fertig sind, proben wir in voller Montur“, schmunzelt Hauer.