Ein Hoch auf das F-Wort. 2.300 Jahre alt ist das Stück, welches als Steilvorlage für Helena Scheubas „Die Frauenvolksversammlung“ im Rahmen der „Sommerspiele Xperiment Pandemic Edition“ diente.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:14)
Powerfrauen auf der Melker Bühne: Sophie Prusa und Cornelia Mooswalder. 
Matejschek

Dass das Werk Aristophanes, in dem die Frauen Athens nur mittels Tarnen und Täuschen an die Regierungsspitze kommen, nichts an Aktualität verloren hat, ist eigentlich traurig – wäre Scheubas Neuauflage nicht zum Schreien komisch gewesen. Mit Charme und Beyoncé-Songs wurde mit Klischees und verstaubten Rollenbildern ordentlich aufgeräumt. Gender Pay Gap, „Tamponsteuer“, unbezahlte Arbeit – von einer Gleichstellung in der Gesellschaft sind Mann und Frau zwar auch 2020 noch weit entfernt.

Furchtbar schade aber, dass Scheubas Stück nur an zwei Abenden gespielt wurde. Hätten so doch viele danach endlich verstanden, was das F-Wort, welches bei vielen für Bluthochdruck sorgt, eigentlich heißt. Feminismus fordert nicht den Niedergang der Männer, sondern eine gleichwertige Partnerschaft der Geschlechter. Und nichts anderes.