St. Leonhard am Forst

Erstellt am 12. Dezember 2018, 04:00

von Gila Wohlmann

Wegen Drogenkonsum vor Gericht: „War der Geschmack“. Angeklagter (47) will nicht gewusst haben, dass er Cannabis raucht. Sachverständiger soll THC-Gehalt prüfen.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, Nick Starichenko

Nur teilweise schuldig bekannte sich ein 47-Jähriger aus St. Leonhard/Forst am Landesgericht in der Landeshauptstadt. Er soll sich wegen unerlaubter Weitergabe von THC-hältigem Cannabis schuldig gemacht haben. Der Angeklagte gibt zwar zu, Industriehanf für seine Hühner angebaut und CBD, also ein kaum psychoaktives Cannabinoid produziert und auch Cannabis geraucht zu haben, doch von einem verbotenen THC-Gehalt der Pflanzen will er nichts wissen. „Sie haben also Pflanzen geraucht, die keine Wirkung hatten?“, will der Richter wissen. „Es war der Geschmack“, bestätigt der Angeklagte.

Belastend hingegen sind die Angaben seines 24-jährigen Verwandten, der berichtet, dass der Angeklagte ihm zwischen Februar des Vorjahres und Juli dieses Jahres vier bis fünf Mal Cannabis zum Rauchen überlassen hätte.

„Meine Mutter hat Krebs. Ich kam zu ihm, um mit ihm über ihren Gesundheitszustand zu sprechen. Dabei haben wir geraucht.“Zeuge

„Meine Mutter hat Krebs. Ich kam zu ihm, um mit ihm über ihren Gesundheitszustand zu sprechen“, berichtet der junge Mann, dass man beim familiären Austausch gemeinsam geraucht und der Angeklagte gebrauchsfertige Joints gehabt hätte.

„Er hat mir aber nicht gesagt, woher die sind und ich habe das auch nie hinterfragt“, führt der 24-Jährige aus und sagt auch, dass sein Verwandter kein Geld für das Cannabis von ihm verlangt habe. Ob er irgendwo im Haus oder am Areal des Angeklagten eine Cannabiszucht wahrgenommen hat, will der Richter vom Zeugen wissen. Das verneint dieser, bestätigt aber im dortigen Partyraum starken Tabak- wie auch Cannabisgeruch, resultierend vom Konsum des St. Leonharders.

Ein Vertreter des kriminaltechnischen Untersuchungsdienstes des Landeskriminalamtes, der geladen gewesen wäre, um über den THC-Wert der Proben aus den sichergestellten Pflanzen zu berichten, erschien nicht zur Gerichtsverhandlung.

Jetzt soll daher noch ein externer Sachverständiger dazu bestellt werden. Bis dahin wurde die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt.