Der Blick über den Beckenrand. Bei Gemeinderatssitzung steht Entscheidung um Stadtbad an. Niko Hasic ist seit zehn Jahren Bademeister. Ein Rundgang durch die sanierungsbedürftige Anlage.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. August 2019 (04:56)
Denise Schweiger
Ob Niko Hasic nach zehn Jahren als Pächter und Bademeister nach dieser Saison bleibt, ist  noch offen.

Niko Hasic kennt das Pöchlarner Stadtbad wie seine Westentasche. Kein Wunder: Seit zehn Jahren betreibt er als Pächter und Bademeister gemeinsam mit seiner Familie die Anlage. Das heißt: Jeden Tag von Mai bis September ab 10 Uhr die blaue Tür des Bades für die Gäste öffnen, am Beckenrand nach dem Rechten sehen, die Besucher und natürlich auch die Anlage betreuen.

„Es gibt immer etwas zu tun“, schmunzelt Hasic, der in der Innenstadt auch noch das Café „Intakt“ betreibt. Wenn zur Sperrstunde niemand mehr im Bad ist, düst er auch ab und an auf dem Segway durchs Areal, um die Kontrollgänge schneller zu erledigen.

Die Saison 2019 läuft bis jetzt ganz gut. „Das Wetter lässt uns manchmal im Stich, aber wir können uns von der Auslastung her dieses Jahr nicht beklagen“, meint Hasic. Auch die Technik macht – anders als 2017 – keine Probleme.

„Ich würde mir persönlich wünschen, dass das Pöchlarner Stadtbad so retro bleibt, wie es ist.“Niko Hasic, Betreiber und Bademeister

Diese Saison könnte die letzte für das Stadtbad in seinem aktuellen Zustand sein. Bei der kommenden Gemeinderatssitzung steht die nächste Entscheidung um die Zukunft des sanierungsbedürftigen Bades an. Derzeit stehen mehrere Varianten im Raum: Entweder erneuert man nur das Becken oder man baut die komplette Anlage neu. In letzterem Fall wäre ein „winterhartes“ Bad mit Überdachung auch eine Möglichkeit. Da der Baustart 2020 erfolgen soll, muss nun eine Entscheidung her.

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Egal, wofür sich die Pöchlarner Politik entscheidet: Das denkmalgeschützte Mosaik an der Außenfassade bleibt.

„Ich würde mir persönlich wünschen, dass das Pöchlarner Stadtbad so retro bleibt, wie es ist“, meint Hasic. Natürlich gebe es aber einige „Baustellen“: Die größte davon sei die Technik unter der Erde. „Die Zuleitungen zum Becken gehören saniert, sonst läuft aber alles“, erklärt Hasic.

Die Mauern könnten zudem für seinen Geschmack einen neuen Anstrich, die Sanitäranlagen ein frisches Design vertragen. Alles komplett zu verändern, hält Hasic nicht für notwendig. „Hie und da gibt es natürlich Verbesserungspotenzial, das steht außer Frage. Die Anlage ist in die Jahre gekommen, aber Bedarf für einen Umbau im großen Stil sehe ich nicht.“

Ob das Stadtbad nächsten Sommer in die Saison startet, steht also noch in den Sternen. Dies gilt aber auch für Hasic selbst. Sein Vertrag läuft mit Ende Dezember dieses Jahres aus. Eine Verlängerung schließt der Pöchlarner nicht aus: „Mit mir kann man sicher reden.“

Wer zehn Jahre lang als Bademeister im Sommer für Ordnung gesorgt hat, hat viel erlebt. „Es war eine schöne, aber auch stressige Zeit. Wir haben viele Stammgäste, das freut uns natürlich sehr“, meint er. Am wichtigsten ist für Hasic aber, dass in all den Jahren nie ein größerer Unfall passiert ist. „Darauf bin ich sehr stolz“, resümiert er.