Melk

Erstellt am 19. Juni 2018, 05:00

von Denise Schweiger

Touristen-Scharen als Hochzeits-Killer?. Fotografierende Touristen schrecken angeblich Paare vor Eheschließung im Stift ab. Pastoralassistentin gibt Einblick in Statistik.

Wer sich im Stift Melk das Ja-Wort gibt, muss mit einem anschließenden Blitzlichtgewitter von Touristen rechnen. Angeblich sollen deswegen weniger Paare in der Stiftskirche heiraten wollen.  |  Schweiger

Die Hochzeit: der angeblich schönste Tag im Leben. Ganz egal, ob im engsten Kreise der Familie oder mit einer tosenden Hochzeitsgesellschaft – oder mit einer Schar Touristen. Die können einem frischgebackenen Brautpaar zumindest bei einer kirchlichen Trauung im Stift Melk begegnen.

Das jährliche Tourismus-Plus (2017: über 60.000 Nächtigungen in Melk) soll nämlich zwar gut für Stadt, Wirtschaft und Gastronomie sein, allerdings an der schrumpfenden Zahl der Eheschließungen in der Stiftskirche Mitschuld tragen. So wird in der Bezirkshauptstadt jedenfalls darüber gemunkelt. Das Blitzlichtgewitter von Wildfremden auf der Durchreise scheint angehende Ehepaare vor einer Hochzeit im Stift Melk abzuschrecken.

Funiak: "Hohe Event-Dichte"

„Also das kann ich mir ehrlich nicht vorstellen“, winkt Pastoralassistentin Karin Funiak ab. Auch wenn die Zahlen tatsächlich gesunken sind: 2016 traten 14 Paare vor den Altar, 2017 hingegen waren es neun. Zum Vergleich: 2017 gaben sich 57 Paare im Standesamt Melk das Ja-Wort.

„Natürlich können wir den Tourismus bei Hochzeiten nicht einfach abstellen“, meint sie, „aber wenn einmal weniger Leute im Stift heiraten, geht das sicher auf mehrere Faktoren zurück.“ Konkret führt Funiak dabei die hohe Event-Dichte im barocken Benediktiner-Kloster und den Trend zur „wilden Ehe“ an.

Die Pastoralassistentin sieht die Zahlen positiv: „Dieses Jahr hatten wir bereits zwei Trauungen, acht weitere sind angemeldet. Wenn man in einer Saison etwa zehn Hochzeiten verzeichnet, ist das meiner Meinung nach ohnehin eine gute Bilanz.“ 

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