Kampf um die Donauuferbahn ist geschlagen . Rettung der Donauuferbahn zwischen Hofamt Priel und Leiben scheiterte. Während die Gleise demontiert werden, denken Gemeinden an Nachnutzung der historischen Trasse.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 19. Februar 2019 (07:47)
Michael Eder
19 km der historischen Trasse zwischen Weins (Hofamt Priel) und Weitenegg (Leiben) verschwinden. Vergangene Woche starteten die Abrissarbeiten in Krummnußbaum an der Donauuferbahn (Marbach).

Vor 110 Jahren wurde die Donauuferbahn eröffnet. Dieser Tage schlägt ihr letztes Stündchen – zumindest für rund 19 Kilometer der über 100 Kilometer langen, historischen Bahn. Der Abbau der Trasse zwischen Hofamt Priel und Leiben ist im vollen Gange. Bis Ende 2019 wird die Donauuferbahn aus Persenbeug-Gottsdorf, Marbach, Klein-Pöchlarn und Leiben endgültig verschwunden sein.

Derzeit werden die Bahngleise in der Marktgemeinde Marbach abtransportiert. Dort können viele diesen radikalen Schritt nach wie vor nicht nachvollziehen. „Es ist ein Jammer. Lange wurde gekämpft, jetzt muss man sich mit dem Ergebnis arrangieren“, seufzt etwa SP-Vizebürgermeisterin Renate Hebenstreit. Was aus der Trasse wird, ist in Marbach noch nicht fix. Während sich Facebook-Nutzer etwa einen Radweg wünschen, nutzt man in Klein-Pöchlarn die frei gewordene Fläche, um neuen Wohnraum zu schaffen.

„Der Bahnhof in Weitenegg gehört nach wie vor der NÖVOG. Theoretisch könnte also die Donauuferbahn noch bis dorthin fahren.“Gerlinde Schwarz, Leiben

„Die Gemeinde hat das Grundstück zur Gänze gekauft. Dort, wo sich unser ehemaliger Bahnhof befand, wird ein Wohnprojekt realisiert“, zeigt sich SP-Bürgermeister Johannes Weiß euphorisch. Mehr Platz für Zuzügler ist aber nicht das Einzige, was der Bahn-Abriss der Gemeinde bescherte: Ohne die Auflassung der Donauuferbahn wäre wohl die Ur-Weinrebe am Rindfleischberg nicht entdeckt worden. Die Rebe möchte man in Klein-Pöchlarn erneut kultivieren (die NÖN berichtete).

In Leiben hingegen erwarben vorwiegend Anrainer die Trassenabschnitte, die an ihre Grundstücke grenzen. Für die Gemeinde heißt der Bahn-Abriss übrigens nicht, dass die Donauuferbahn nie wieder durch das Gemeindegebiet fährt. Denn der Bahnhof Weitenegg bleibt „auf Schiene“, wie SP-Bürgermeisterin Gerlinde Schwarz gegenüber der NÖN erzählt: „Der Bahnhof in Weitenegg gehört nach wie vor der NÖVOG. Theoretisch könnte also die Donauuferbahn jedenfalls noch bis nach Weitenegg zur bestehenden Haltestelle fahren.“

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