Stefanie Heindl trotzt täglich dem Schicksal

Ein Gehirnschlag veränderte für Stefanie Heindl alles. Zusammen mit ihrer Familie kämpft die Texingtalerin aber Tag für Tag.

Erstellt am 16. Oktober 2021 | 06:42
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Stefanie Heindl mit ihrem Ehemann Gerhard Heindl. Vor vier Jahren erlitt die Texingtalerin einen Gehirnschlag. Nach einem Jahr in verschiedenen Krankenhäusern ist „Steffi“ nun seit drei Jahren im Marienheim in Mank.
Foto: privat

Es war ein sonniger Spätsommertag vor vier Jahren, nach dem nichts mehr in Stefanie Heindls Leben so war wie davor. Während der Arbeit erlitt die Texingtalerin plötzlich einen Gehirnschlag, seitdem muss sie rund um die Uhr betreut werden. Sie ist auf der rechten Seite gelähmt und aufgrund einer Kiefersperre kann sie weder sprechen noch feste Nahrung zu sich nehmen. „Dabei ist sie geistig voll da. Das ist Segen und Fluch zugleich – sie hadert sehr mit ihrem Schicksal“, erzählt Gerhard Heindl, seit 32 Jahren „Steffis“ Ehemann.

Mit der Unterstützung ihrer Familie, des Pflegepersonals im Manker Marienheim und mehrerer Therapeuten macht die dreifache Mutter und Großmutter aber Tag für Tag Fortschritte. Heute ist Steffi 57, sie kann selbstständig sitzen, braucht nur noch einen Bruchteil des zusätzlichen Sauerstoffs, sie kann sich mit einem speziellen Rollstuhl fortbewegen und mit einem Sprachcomputer mit ihrer Familie kommunizieren.

Taufe der Enkel extra ins Marienheim verlegt

So oft es geht, kommt Besuch ins Marienheim. Und für besondere Anlässe lässt man sich etwas Besonderes einfallen: So fanden die beiden Taufen ihrer ältesten Enkel extra in der Kapelle des Marienheims statt, damit Steffi dabei sein konnte. Zum vierten Jahrestag des Schicksalsschlags organisierte Ehemann Gerhard vor Kurzem erstmals einen Heimtransport. „Es gibt Tage, an denen sie weint, und es gibt Tage, an denen sie lacht und scherzt“, sagt er. Der vierte Jahrestag zählte eindeutig zu Letzterem.

Der finanzielle Polster der Familie wird allerdings immer kleiner. „Wie ein Schneehaufen im März“, verweist Gerhard Heindl auf die wichtigen Therapien, die nicht nur für Fortschritte sorgen, sondern von Montag bis Freitag auch den Alltag im Marienheim strukturieren. Zusätzlich dazu würde er gerne ein behindertengerechtes Fahrzeug anschaffen, um Steffi regelmäßig zu Familie und Freunden bringen zu können. „Um die sozialen Kontakte zu stärken. Das wäre der nächste Schritt.“