"Babylon": Streben nach Lust und Macht. Premiere von „Babylon“ läutet Sommerspiel-Saison ein. Mitte Juli folgt die Musikrevue.

Von Markus Glück und Denise Schweiger. Erstellt am 25. Juni 2019 (04:57)

Es ist der Mythos Babylon, um den sich die diesjährigen Sommerspiele Melk drehen. Vergangene Woche feierte das Auftragswerk „Babylon“, geschrieben von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel, unter der Regie von Alexander Hauer seine Premiere. Im Mittelpunkt: das Streben nach Macht und Aufstieg, Gier und tiefe Abgründe. „Babylon“ zeigt, zu welchen Taten Menschen im vielfältigen Zusammenspiel möglich sind. Die Autoren entführen die Zuschauer in die Götter- und Geschichtenwelten des Zwei-stromlandes, widmen sich dabei aber mehr der Romanze als der Historie.

Lob für das Sprechstück, welches mit dem europäischen Autorenduo auch einen Vorgeschmack auf die mögliche Ausrichtung als Kulturhauptstadt 2024 geben soll, gab es von VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Im Sommer zeigt sich die vielfältige Kultur unseres Landes. Dabei ist Melk ein Highlight. Es ist ein Eintauchen in die Vergangenheit Babylons mit seinem Größenwahn.“

Erleichtert, dass das Stück beim Publikum gut angekommen ist, ist Sommerspiele-Intendant Alexander Hauer. „Man arbeitet auf einen Punkt hin, weiß aber nicht, wie es ausgeht. Ich bin happy, dass das Stück quer durch alle Bevölkerungsschichten Zustimmung findet.“

60. Jubiläum im Jahr 2020

Hauer selbst blieb traditionell der Premiere fern. Vor der jährlichen Schnaps-Partie legte Hauer in diesem Jahr allerdings einen Spaziergang nach Hause ein: „Als das Stück begonnen hat, hab ich mir meinen Text geholt, danach plauderten die Autoren und ich.“ Zum Ende gingen sich zumindest noch zwei Bummerln aus.

Die Eröffnung der Sommerspiele war auch für die Neo-Wachaukultur.Melk-Geschäftsführerin Wiebke Leithner eine Premiere: „Ich bin zu einem Zeitpunkt eingestiegen, wo vieles klar war. Ich bin voller Freude und stolz auf das Team.“

2020 feiern die Melker Sommerspiele ihr 60. Jubiläum. Auf dem Programm stehen die „X Gebote“. „Zehn Autoren schreiben ohne Vorgabe zehn Werke. Es soll wie ein Adventkalender sein“, gibt Hauer einen Vorgeschmack.

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