Ybbser Altstadt ist ein Fall für den Profi. Ybbs legt Stadtentwicklung für rund 30.000 Euro in professionelle Hände. FP-Fraktion stellt Sinnhaftigkeit infrage.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 26. April 2019 (05:29)
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Die Ybbser Altstadt soll auf Vordermann gebracht werden. Dabei setzt der Gemeinderat auf die Standortentwicklungsfirma „Egger+Partner“ aus Linz.

Freud und Leid liegen sprichwörtlich oft nah beieinander. Manchmal trennt sie auch nur eine Tischlänge. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war das der Fall, als die Zukunft der Ybbser Innenstadt zur Diskussion gestellt wurde.

Freudig präsentierte SP-Bürgermeister Alois Schroll seine Vision: Mit der Standortentwicklungsfirma „Egger+Partner“ aus Linz will er das Stadtmarketing in professionelle Hände legen. „Thomas Egger und sein Team können hervorragende Referenzen vorweisen. Sie haben etwa die Innenstädte von Graz, Linz und Liezen mitgestaltet“, informierte Schroll. Für rund 30.000 Euro sollen sie sich nun um die Ybbser Altstadt und ihre „Problemzonen“ kümmern. Missmut wehte ihm allerdings vom anderen Ende des Saals entgegen. Von Marketingstrategien und Entwicklungskonzepten hält die FP-Fraktion nämlich nichts.

„Vor Jahren hatten wir schon so einen Märchenerzähler in der Stadt. Gebracht hat das gar nichts – nur gekostet!“ Andreas Reitner, FPÖ

„Das ist doch rausgeschmissenes Geld“, winkt FP-Gemeinderat Andreas Reitner ab. „Vor Jahren hatten wir schon so einen Märchenerzähler in der Stadt. Gebracht hat das gar nichts – nur gekostet!“ In das gleiche Horn stößt sein Parteikollege Gerhard Steindl. „Eine Fremdfirma kann uns ja auch nur sagen, dass die leer stehenden Geschäfte belebt werden sollen.“

Für die anderen Parteien (SPÖ, ÖVP, WUY) greift diese „blaue“ These aber zu kurz. „Es geht nicht nur um die Geschäfte, sondern um die Innenstadt als Ganzes“, betont SP-Vize Herbert Scheuchelbauer. Konkreten Verbesserungsbedarf orteten die Mandatare etwa in der Herrengasse. „Derzeit sind wir konzeptlos – und das könnten wir ändern. Es braucht gewissen Mut, aber ich glaube an das Potenzial unserer Stadt“, gab sich VP-Stadtrat Ewald Becksteiner optimistisch.

Dass 30.000 Euro viel Geld ist, sei Schroll bewusst – doch für den Bürgermeister ist es in der Innenstadtentwicklung gut investiert. Zudem könne die externe Unterstützung in den Dorf- und Stadterneuerungsprozess einfließen. „Um herauszufinden, ob es unserer Stadt etwas bringt, müssen wir es ausprobieren. Ich bin der Meinung, es ist der richtige Schritt“, argumentierte der Stadtchef.

Schlussendlich gaben alle Mandatare bis auf FP-Gemeinderat Reitner grünes Licht.