Leiben: Rehriss am Spazierweg schürt Angst vor Wolf. Angefressener Kadaver wirft Fragen auf. Eine DNA-Probe soll aufklären: War Wolf in Leiben auf Beutezug?

Von Denise Schweiger. Erstellt am 21. April 2021 (06:10)
Am Damm gegenüber der Ortseinfahrt Ebersdorf wurde in der Vorwoche ein totes, angefressenes Reh entdeckt.
privat

Blutspuren auf einem beliebten Spazierweg in Leiben: In der Vorwoche wurde ein angefressener Rehkadaver am Damm gegenüber der Ortseinfahrt Ebersdorf gefunden. Ein NÖN-Leser übermittelte der Redaktion zwei Fotos. „So wie das aussieht, könnte das doch ein Wolf gewesen sein, oder?“, mutmaßt er.

Der Riss – so nah am Siedlungsgebiet, mitten in einem Naherholungsraum – sorge laut dem Leibener für Unbehagen. „Wenn es ein Wolf war, kommt uns das Raubtier mittlerweile schon sehr nah.“

„Sagen wir so, nördlich der Donau gibt es Wölfe – es ist demnach nicht unmöglich, dass es einer war.“Landesforstdirektor-Stellvertreter Hans Grundner wartet auf die Laboranalyse bzw. das Ergebnis der Untersuchung

Ob es sich um einen Wolfsriss handelt, wird laut Erika Königsberger nun untersucht. Die Wolfsbeauftragte im Bezirk Melk verweist auf NÖN-Anfrage darauf, dass eine DNA-Probe zur Überprüfung dem Kadaver entnommen wurde: „Die Auswertung liegt aber noch nicht vor.“

Mit dem „Leibener Wolfsverdacht“ konfrontiert, betont Landesforstdirektor-Stellvertreter Hans Grundner, dass man ohne die Laboranalyse keine hundertprozentige Aussage über den Riss machen könne. „Sagen wir so, nördlich der Donau gibt es Wölfe – es ist demnach nicht unmöglich, dass es einer war“, informiert er.

Am Damm gegenüber der Ortseinfahrt Ebersdorf wurde in der Vorwoche ein totes, angefressenes Reh entdeckt.
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Anhand der Fotos mutmaßt Grundner, dass es „schon ein größeres Tier“ gewesen sein müsse. „Es könnte auch ein Hund gewesen sein. Die meisten verdächtigen Risse, die untersucht werden, gehen allerdings auf den Fuchs zurück“, erläutert der Landesforstdirektor-Stellvertreter. Laut Grundner werden die Proben im Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien untersucht.