Artstetten: Stresstest für Wasser vor Brunnenbau. 300.000 Euro teures Projekt soll Gemeinde endlichVersorgungssicherheit bringen. Vor dem Bau wird eifrig getestet.

Von Markus Glück. Erstellt am 04. März 2021 (05:42)
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Beinahe kein Sommer ist in den vergangenen Jahren vergangen,in dem die Gemeindevertreter nicht mit Sorgenfalten in Richtung Himmel schauten. Der grassierende Wassermangel hält die Gemeinde seit Langem in Atem. So fielen im vergangenen April nur knapp 100 Liter Niederschlag pro m², umfangreiche Sparmaßnahmen rund um die Osterfeiertage konnten einen Kollaps der Versorgung verhindern.

Mehrere Versuche neue Quellen zu erschließen, scheiterten bisher. Im Herbst startete die Gemeinde mit einer Brunnenbohrung in Pöbring mit einem neuen Versuch. Wichtigste Wasserversorgung sollte zwar weiterhin der Ostrong bleiben, die neue Quelle aber für Entlastung sorgen. Ziel: spätestens im Sommer sollen zwei Brunnen Wasser in das Netz einspeisen.

Im Gemeindebudget wurden zuletzt knapp 300.000 Euro für das Projekt veranschlagt. Nach ersten Tests folgt nun die Quellschüttung. Klar ist aber, sollte es zu einer Einspeisung kommen, muss das Wasser frei von Eisen und Mangan gemacht werden. Sprich es ist nicht nur eine UV-Desinfektion, sondern auch eine Enteisung und Entmanganung notwendig.

Testlauf bei Brunnen im Schwarzatal

Bis es so weit ist, wird aber am neuen Standort des Brunnens im Schwarzatal noch ordentlich getestet. „Bevor wir eine derartig große Summe investieren, wollen wir dort einen monatelangen Stresstest durchführen“, meint Bürgermeister Karl Höfer (ÖVP). Konkret wird seit mehreren Wochen die zukünftig geplante Wassermenge entnommen und beobachtet, ob der Wasserspiegel der Quelle sinkt. „Sinkt der Wasserspiegel nicht, können wir weitere Schritte setzen“, sagt Höfer.

Bei den Grünen ist man sich einig, dass das Wasserproblem gelöst werden muss, wünscht sich aber bei einem Projekt dieser Größenordnung, dass mehr hinterfragt wird. „Es hat sich schon beim ersten Kostenrahmen gezeigt, dass der nicht eingehalten wurde“, meint Grünen-Gemeinderat Peter Auer. Bisher haben die Grünen das Projekt abgelehnt, ihnen fehlen ausreichend Entscheidungsgrundlagen für den Bau.