Weiten

Erstellt am 14. Januar 2019, 11:42

von Denise Schweiger

Glücksschwein Pauli zu Silvester gerettet. Hungrig und zitternd fanden Tierschützer den Eber. Kein Einzelfall: Derzeit häufen sich Einsätze um vernachlässigte Tiere.

„Robin Hood“

Pauli ist sieben Jahre alt. Sein bisheriges Leben verbrachte er auf einem Anwesen in Weiten. Gut ging es ihm dort nicht: Meistens war er allein, hungrig und ohne Rückzugsmöglichkeit der Kälte ausgesetzt. Dass der siebenjährige Eber jetzt in einem Stall der Pfotenhilfe in Oberösterreich wieder zu Kräften kommt, verdankt er einem anonymen Retter. „Jemand aus dem örtlichen Umfeld wollte nicht länger zusehen und hat uns kontaktiert“, erzählt Marion Löcker vom St. Leonharder Tierschutzverein „Robin Hood“.

Oft ist unser Einschreiten die letzte Möglichkeit, das Tierleid zu beenden oder den Tod der verwahrlosten Tiere zu verhindern.“Marion Löcker, Vereinsobfrau

Die Geschichte vom vergessenen Eber nimmt ab diesem Zeitpunkt eine hoffnungsvolle Wendung. Pauli soll ein neues Zuhause bekommen – und wird als echtes Glücksschwein zu Silvester gerettet. „Wir setzten uns mit den Haltern in Verbindung und sie willigten ein, dass wir den Eber übernehmen“, berichtet Löcker weiter.

Für Pauli, von den Tierschützern auch „Silvester“ genannt, ging es also nach Lochen am See im Bezirk Braunau, wo zufällig gerade ein Tierarzt zugegen war. Paulis Diagnose brachte die Konsequenzen der jahrelangen, nicht artgerechten Haltung zutage: Abmagerung, Parasitenbefall und Räude. „Er wurde umgehend medikamentös versorgt und ließ sich problemlos in sein neues Zuhause führen“, freut sich die Obfrau über die geglückte Rettungsaktion. Bis er wieder vollends gesund ist, steht er noch einige Zeit unter Quarantäne. Dann darf der Eber zu den anderen Schweinen auf dem Gnadenhof.

Die Rettungsaktion von Schwein Pauli ging gut über die Bühne.  |  „Robin Hood“

Pauli ist kein Einzelfall: Laut Löcker wird der Tierschutzverein derzeit oft von aufmerksamen Bürgern um Hilfe gebeten. „Für uns sind Hinweise aus der Bevölkerung extrem wichtig. Oft ist unser Einschreiten die letzte Möglichkeit, um das Tierleid zu beenden oder den Tod der verwahrlosten Tiere zu verhindern“, betont sie gegenüber der NÖN. Mehr Infos zum Verein: www.robinhood-tierschutz.at.