„Hygienepaket“ bei Friseur: Diskussion um 2,50 Euro. Dass Friseur für „Hygienepaket“ mehr verrechnet, stößt NON-Leser auf. Figaro verteidigt Aufpreis.

Von Denise Schweiger. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:12)
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Waschen, schneiden föhnen – und danach alles desinfizieren. Seit Corona gehört letzteres zum Arbeitsalltag im Friseursalon. Ein NÖN-Leser meldete sich nach einem Termin beim Weitener Figaro Philipp Renner verärgert in der Redaktion. Der Grund für seinen Unmut: 2,50 Euro für ein sogenanntes „Hygienepaket“ – in seinen Augen ein „absoluter Wucher“.

Salonbesitzer Renner kann die Kritik nicht nachvollziehen. Fakt sei, dass er seit der Pandemie sowohl einen finanziellen als auch einen zeitlichen Mehraufwand hat. „Wir benutzen jetzt Einwegumhänge und brauchen mehr Desinfektionsmittel. Das wird uns Unternehmern ja auch nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Zudem nimmt das Reinigen nach den Kunden auch Zeit in Anspruch“, informiert er. Dass er für diesen Service mehr verrechnet, sei ohnedies nur vorübergehend.

Renner: „Die meisten Kunden akzeptieren‘s“

Laut Renner zeigten bisher die meisten Kunden Verständnis für den Aufpreis. „Ich will mir da ja auch kein Geld herausschlagen“, betont er. Zudem verrechne er die Pauschale nur bei einzelnen Kunden, bei Familien werden die 2,50 Euro nur einmal fällig. „In St. Pölten gibt es eine Fußpflegerin, die für das ‚Hygienepaket‘ 10,50 Euro verlangt. Das fällt meiner Meinung nach unter Abzocke“, erläutert Renner seine Sicht der Dinge.

Mit der Thematik konfrontiert stärkt Silvia Maria Rupp, Landesinnungsmeisterin der Friseure sowie Salonbesitzerin in Golling, Renner den Rücken. „Ich verstehe es voll und ganz, wenn die Friseure das extra verrechnen. 2,50 Euro sind ja auch überhaupt nicht schlimm.“

Sie selbst verlangt für den coronabedingten Mehraufwand keinen Aufpreis. „Das muss jeder Friseur selbst für sich entscheiden“, meint sie. Von einem zusätzlichen „Körberlgeld“ will die Landesinnungsmeisterin nichts hören: „Es geht um den Schutz der Kunden und der Mitarbeiter. Das muss man deutlich sagen.“

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