Sommerspiele Melk: Der erste Streich ist geglückt. Intendant Alexander Hauer zieht positive Bilanz. Die Proben fürs nächste „Xperiment“ laufen.

Von Denise Schweiger und Michael Bouda. Erstellt am 15. Juli 2020 (04:54)

„Wer schafft die Arbeit?!“, donnert Kajetan Dick, während er durch das Theaterzelt fegt. „Merkt’s euch das doch endlich!“ Mit dieser Hommage an Beate Hartinger-Kleins (FPÖ) irritierenden Auftritt im Nationalrat beförderte Alexander Hauer „Das Salzburger große Welttheater“ von Hugo von Hofmannsthal aus dem Jahr 1922 ins Jetzt.

Mit diesem Stück läutete der Intendant die sechswöchige Reihe „Sommerspiele Xperiments – Pandemic Edition“ ein. Kein Wunder, dass seine Wahl auf das Mysterienspiel fiel: 1961 war dies das erste Stück in der nunmehr 60-jährigen Geschichte der Melker Sommerspiele. Coronabedingt kommt im Jubiläumsjahr aber eben alles anders.

Außergewöhnlich präsentierte sich das erste „Xperiment“: Ein Laufsteg trennt die 250 Sitzplätze, nur vier Darsteller bringen das Mysterienspiel über die Bühne. Drei Musiker sorgen für Stimmung – je nach Szene, von laut bis streichelweich. Besondere Dramatik bringt ein aufziehendes Gewitter – allerdings auch ein jähes Ende nach dem Applaus. „Das Wetter lasse ich jetzt einmal außen vor. Wir sind mit dem Ergebnis des ersten ‚Xperiments‘ sehr zufrieden“, resümiert Hauer.

Er sei stolz auf das Ensemble und das gesamte Team. „Es hatte eine komplett andere Ästhetik und wir freuen uns über die extrem guten Reaktionen. Die Latte liegt hoch, wir haben Lust auf mehr!“ Bei den „Xperiments“ ist die Probenzeit auf eine Woche beschränkt. Es wird bereits fleißig für den zweiten Streich, „Die Frauenvolksversammlung“ geübt. Mit dabei: Dagmar Bernhard, die ebenso schon bei „Das Salzburger große Welttheater“ in mehrere Rollen schlüpfte.

„Es hatte eine komplett andere Ästhetik und wir freuen uns über die extrem guten Reaktionen. Die Latte liegt hoch!“Alexander Hauer

„Dieses Format ist schon herausfordernd, macht aber auch großen Spaß“, meint die Schauspielerin mit Wieselburger Wurzeln. Für Bernhard hat die kurze Probenzeit einen besonderen Reiz. „Jede Woche ein anderes Stück, ein anderes Ensemble und eine andere Bühne – ein spannendes Projekt mit so vielen Überraschungen“, freut sie sich auf die nächste Premiere.