Konsulentenvertrag: 1.000 Euro für Ex-Vize. Ybbser Ex-Vizebürgermeister Scheuchelbauer erhält nach Beschluss im Stadtrat künftig 1.000 Euro pro Monat zur Überwachung der Fertigstellung beim Hochwasserschutz.

Von Markus Glück. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:40)
Symbolbild
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Neben dem Fall der Rechnung um 250 Euro sorgt derzeit ein weiterer Fall in der Stadtgemeinde für gehöriges Rauschen.

Wie die NÖN erfuhr, wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung ein Konsulentenvertrag für Ex-SP-Vizebürgermeister Herbert Scheuchelbauer beschlossen. Dieser erhält ab sofort monatlich 1.000 Euro – befristet auf maximal 12 Monate – um die Fertigstellung des Hochwasserschutzes in Sarling voranzutreiben. Nach einer Kostenüberschreitung von – kolportierten – 300.000 Euro hat sich die Fertigstellung verzögert, aber der Hochwasserschutz ist nun einsatzfähig.

Gegenüber der NÖN bestätigt Scheuchelbauer, dass es zu einer Kostenüberschreitung gekommen ist. „Wir haben äußerst knapp budgetiert und waren bis Ende 2019 voll auf Kurs“, erläutert Scheuchelbauer. Was seine genaue Aufgabe ist, die die 1.000 Euro monatlich rechtfertigen? „Die Aufgabe ist die Fertigstellung, sowie aktuell Gespräche mit den Grundeigentümern. Ende des Jahres sollte alles erledigt sein“, glaubt Scheuchelbauer.

VP fühlte sich von Schroll „überrumpelt“

Zugestimmt im Stadtrat haben auch die drei VP-Stadträte. Im Gespräch mit der NÖN betont VP-Parteichef Gert Kratzer allerdings, dass SP-Stadtchef Alois Schroll die VP-Stadträte überrumpelt hat, der Antrag erst kurz davor eingereicht wurde und man glaubte, die Zahlung von 1.000 Euro ist nur einmal fällig. „Wir sind von einer Einmalzahlung ausgegangen, diese wäre auch okay, weil Scheuchelbauer das Projekt jahrelang betreut hat“, betont Kratzer. Kritik gibt es aber auch von den anderen Oppositionsparteien. WUY-Gemeinderat Paul Hackner fragt sich, welche genaue Aufgabe Scheuchelbauer hat: „Schaut er dem Gras beim Wachsen zu?“ Und FP-Gemeinderat Andreas Reithner kann über diese Geldvernichtung nur den Kopf schütteln: „Freunde muss man scheinbar beglücken.“

Stadtoberhaupt Schroll versteht die aktuelle Aufregung nicht, und verweist auf einen aktuellen einstimmigen Stadtratsbeschluss. „Es ist alles korrekt beschlossen und war auch bereits im Prüfungsausschuss,“ betont Schroll.