Ybbs an der Donau

Erstellt am 18. September 2018, 02:00

von Markus Glück

Künstlerstadt als Tourismusmagnet?. Nach Vision Gerhard Mallers soll Herrengasse in wenigen Jahren Touristen mit Kunsthandwerk und Schmankerln anlocken.

Aktuell kämpft die Ybbser Herrengasse mit einer hohen Zahl an Leerständen. Im Hinblick auf den erstarkenden Tourismus in Ybbs überlegt die Stadtgemeinde derzeit verschiedene Zukunftsszenarien für die Innenstadt.  |  Bauer

Unzählige Touristen drängen sich in der Ybbser Herrengasse und schlendern dabei von einem Geschäft zum nächsten. Geschäfte, die neben Kunst auch regionale Schmankerl und Weine im Angebot haben und damit zu einem Tourismusmagneten für die Stadt werden. Geht es nach der Vision von Atelier an der Donau-Obmann Gerhard Maller, könnte in wenigen Jahren diese Szene Realität werden.

Zwar herrscht aktuell noch die pure Tristesse in der Herrengasse, für Maller könnte sich dies aber schnell ändern: „Künstler sind fleißig, aber weniger begnadet im Marketing. Ich weiß, dass Bürgermeister Schroll uns unterstützt und gemeinsam könnten wir die Innenstadt beleben“, erzählt Maller und betont, dass das Atelier an der Donau im Schiffsmeisterhaus eingemietet ist, um den Tourismus in der Stadt weiter zu beleben. „Alleine durch den beginnenden Schiffstourismus in der Stadt ist hier etwas im Entstehen.“

„Auch wenn manches vielleicht utopisch klingen mag, für die Zukunft ist es ein interessanter Ansatz.“Alois Schroll, Bürgermeister (SPÖ)

SP-Bürgermeister Alois Schroll verweist in der Diskussion auf das Gesamtkonzept für die Innenstadt, welches im Stadterneuerungsprozess erarbeitet wurde. Mit dem Bewegungspark ist davon bereits ein Teil umgesetzt. Mallers Ideen für die Zukunft findet Schroll durchaus diskutabel: „Auch wenn manches vielleicht utopisch klingen mag, für die Zukunft ist es ein interessanter Ansatz. Uns ist wichtig, das Projekt Altstadt weiterzuentwickeln.“

Um sich hier Inspirationen zu holen, machte SP-Stadträtin Ulli Schachner bereits einen Ausflug ins ungarische Szentendre, eine Kunststadt nördlich von Budapest in der Größenordnung von Ybbs. Die pittoreske Stadt an der Donau hat sich komplett dem Thema Kunst verschrieben und gilt als eines der beliebtesten Tourismusziele Ungarns.

13. Künstlersymposium in Vorbereitung

Während Maller in der Zukunft schwelgt, ist er aktuell auch mit den Vorbereitungen für das 13. Künstlersymposium beschäftigt. Die Eröffnung findet am 19. September, um 19 Uhr im Atelier an der Donau statt.

Danach tauschen sich rund 15 Künstler zwei Wochen lang über ihre Kunst aus. „Für die Künstler ist es eine Art Weiterbildung, denn sie lernen dabei natürlich auch voneinander“, erklärt Maller, warum Künstler, die Bilder normalerweise für mehrere tausend Euro verkaufen, ihre Arbeit für zwei Wochen unterbrechen. Geht es nach Maller, soll es künftig zwei Symposien pro Jahr geben: eines im Frühjahr und eines im Herbst.