Ybbs an der Donau

Erstellt am 15. Januar 2019, 04:00

von Markus Glück

Schroll kämpft gegen „Mautflüchtlinge“. Stadtchef will Durchfahrtsverbot für Lkw, die Stadt als Abkürzung verwenden. Gespräche über Entschärfung von „Nadelöhr“.

Bauer

Für Diskussionen sorgte der Vorschlag der ÖVP, das Stadtgebiet durch Aufhebung des Lkw-Fahrverbots auf der B3 zwischen Persenbeug und Klein-Pöchlarn zu entlasten.

Hart ins Gericht mit der ÖVP geht dabei FP-Gemeinderat Andreas Reitner, der der VP einen Frühstart in den Gemeinderatswahlkampf – gewählt soll am 26. Jänner 2020 werden – vorwirft. „Als die B3 für Lkw gesperrt und der Bahnverkehr geschlossen wurde, gab es von der ÖVP nichts zu hören, ein Markenzeichen der Ybbser Schwarzen,“ ärgert sich Reitner.

Er betont dabei auch, dass tausende Tonnen Schotter wöchentlich nach Ybbs transportiert und verladen werden. Dem FP-Mandatar ist aber auch die Ampelschaltung im Bereich des Schulzentrums ein Dorn im Auge: „Die Ampel richtet sich nach den Fußgängern, drücken diese öfters, entsteht ein Stau bis Neusarling.“ Um eine Entlastung zu schaffen, hätte, laut Reitner, bereits früher reagiert werden müssen. „Die Donaubrücke hätte nicht nach Pöchlarn, sondern von Neusarling nach Persenbeug gehört. Zudem hätte man die Kraftwerksbrücke sperren müssen“, glaubt Reitner.

Von 16.500 Fahrzeugen sind zwölf Prozent Lkw

Während FPÖ und ÖVP mit vergangenen Entscheidungen zaudern, wagt SP-Bürgermeister Alois Schroll einen neuen Vorstoß: Er sagt den „Mautflüchtlingen“ den Kampf an. „Ich beobachte oft Lkw aus Braunau, Perg oder Linz-Land, die unser Stadtgebiet als Abkürzung verwenden, damit muss Schluss sein“, sagt Schroll. Bei einer Verkehrsverhandlung vor Weihnachten brachte er seinen Vorschlag auch ein: „Ich fordere eine Sperre für Lkw, die mit der Stadt nichts zu tun haben.“ Laut Statistiken fahren täglich rund 16.500 Fahrzeuge durch die Stadt, davon zwölf Prozent Lkw.

Als zweite Maßnahmen setzt Schroll auf eine Verkehrsentschärfung beim „Nadelöhr Schulzentrum“. Nach dem Ankauf des „Schwarzl-Hauses“ hat die Gemeinde auch auf ein weiteres Objekt die Kaufoption. Der Plan sieht vor, Objekte von der Kreuzung bis zum Busbahnhof anzukaufen, die nötigen Mittel sind im Budget reserviert. Für die Entschärfung des Verkehrspunktes gab es bereits Gespräche mit den Verkehrsexperten des Landes, ein Kreisverkehr ist aufgrund der engen Gegebenheiten allerdings nicht möglich.

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