B3: Breite Front für Lkw-Sperre. Greiner Gemeinderat signalisiert Unterstützung für Ybbser Vorschlag eines Lkw-Verbots von Grein bis nach Ybbs.

Von Markus Glück. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:01)
Weingartner

Die Diskussion um ein Durchfahrtsverbot für „Mautflüchtlinge“ durch die Stadtgemeinde Ybbs sorgt weiterhin für regen Gesprächsstoff in der Region. Wie von der NÖN berichtet, forderte die ÖVP die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots auf der B3 zwischen Persenbeug und Klein-Pöchlarn. SP-Stadtchef Alois Schroll will überhaupt ein Durchfahrtsverbot durch das Stadtgebiet für jene Lkw, die die Strecke als Mautersparnis verwenden.

Unerwartete Unterstützung erhält Schroll jetzt aus der oberösterreichischen Stadt Grein. Dort signalisierten FP-Stadtrat Anton Rosenleitner und VP-Bürgermeister Rainer Barth in der vergangenen Gemeinderatssitzung Unterstützung für das Ybbser Anliegen. Laut Rosenleitner passieren Grein pro Tag 8.700 Fahrzeuge, 45 Prozent davon sind Lkw, wovon der Großteil (35 Prozent) Mautflüchtlinge sind. Zum Vergleich: Ybbs passieren täglich rund 16.500 Fahrzeuge, davon sind zwölf Prozent Lkw.

Hofamt Priel signalisiert Unterstützung für Ybbs

Einstimmig stellte der Gemeinderat den Antrag an das Land Oberösterreich auf Erlassung eines Lkw-Fahrverbots zwischen Grein und Ybbs – ausgenommen Zulieferer zum Be- und Entladen. „Mich freut die bundesländerübergreifende Unterstützung und ich hoffe, dass alle anderen Bürgermeister entlang der Strecke jetzt auch die Initiative ergreifen. Gemeinsam können wir es schaffen“, betont Schroll.

In Hofamt Priel liegen keine genauen Zahlen darüber vor, wie viele Lkw das Gemeindegebiet entlang der B3 passieren, allerdings betont VP-Ortschef Friedrich Buchberger die hohe Belastung durch Fahrzeuge aus dem Bezirk Perg: „Die Lenker gelten bei uns generell als Problemfahrer und sind oftmals zu schnell unterwegs.“ Dem Ybbser Vorgehen um ein Lkw-Verbot für Mautflüchtlinge signalisiert Buchberger Zustimmung: „Schroll hat meine Unterstützung.“

In der Debatte zu Wort meldet sich auch die Persenbeuger Gemeinderätin Christa Kranzl (Liste Kranzl): „Ich kann nicht gelten lassen, wenn Kratzer von der Ybbser ÖVP eine Aufhebung des Fahrverbots in Persenbeug fordert. Er muss bei den Fakten bleiben: Dieses Verbot gibt es, um Mautflüchtlinge zu verhindern.“

Einem Lkw-Verbot zwischen Grein und Ybbs kann Kranzl etwas abgewinnen, sie gibt aber zu bedenken, dass Lkw irgendwo auf die Autobahn müssen. „Man muss sich dafür die genauen Zahlen anschauen. Ich glaube aber, dass der Großteil die Zwettler Bundesstraße hinauffährt“, meint Kranzl.

Unterstützung von NÖN-Lesern

Beim Land NÖ betont das Büro von Landesrat Ludwig Schleritzko, dass es derzeit ein laufendes Verfahren gibt und der Wunsch geprüft wird.

Trotz Ansuchen des Greiner Gemeinderats hat sich das Land Oberösterreich noch nicht mit der Causa beschäftigt. So betont Maro Sterk, Pressesprecher von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP): „Bisher haben wir zu diesem Betreff keine Informationen vorliegen. Auch über die BH Perg wurde das Anliegen bis dato noch nicht an uns kommuniziert.“

Unterstützung erhalten die Gemeinden auch von den NÖN-Lesern. Bei einer Online-Umfrage zum Thema stimmten 80 Prozent für Schrolls Vorschlag.

Google Maps; NÖN-Grafik: Bischof