Wenn die Stadt die Musi zahlt.... Für Musikband im „Maximahl“ übernahm Stadt Kosten für Zusatzstunde. VP wittert Verschwendung von Steuergeldern.

Von Markus Glück. Erstellt am 22. Oktober 2020 (05:38)
Von links: SP-Stadtchef Alois Schroll, SP-Vize Uli Schachner und VP-Stadtrat Harald Ebert.
Glück, Jäger, SPÖ

Es dürfte ein gemütlicher Sommerabend gewesen sein, als im August Sam Brisbe & Mr Lee Hofmann bei der Caribbean Night im Ybbser Gasthaus Maximahl aufspielten. So gemütlich, dass die Band auf Wunsch der Besucher länger spielen sollte. In geselliger Runde entschied SP-Bürgermeister Alois Schroll kurzerhand, die anfallenden 250 Euro an Zusatzkosten auf Gemeindekosten zu übernehmen, die anwesende SP-Vizebürgermeisterin Uli Schachner und VP-Stadtrat Harald Ebert nickten den Vorschlag ab.

Die Rechnung schlug nun in der vergangenen Prüfungsausschusssitzung auf und sorgte dort für großes Erzürnen. „Es geht hier nicht um die 250 Euro, sondern um die Vorgehensweise. Ich finde es nicht in Ordnung, dass die Gemeinde ohne Grund die Kosten für Live-Musik für ein Gasthaus in der Stadt übernimmt“, ärgert sich Vorsitzender Christian Reichhard. Nachsatz Reichhard: „Es ist die Pflicht des Bürgermeisters, sparsam mit öffentlichen Mitteln umzugehen.“

„Die Ansicht der SPÖ ist, in Zukunft derartige Dinge anderes zu machen. Schroll glaubte, dass er den Leuten Gutes tut.“ Ulrike Schachner (SPÖ)

Auf NÖN-Anfrage bestätigt Ebert den Vorfall, betont aber, dass er bereits am nächsten Tag der Stadtgemeinde angeboten hat, die Kosten vollends zu übernehmen: „Es war eine Superstimmung und in dieser Stimmung habe ich dem Vorschlag von Schroll zugestimmt. Das war ein Blödsinn.“ Sein Angebot, die Rechnung zu übernehmen, besteht weiterhin, er habe zudem auch bereits deshalb im Rathaus urgiert, bisher aber keine Rechnung erhalten. „Es ist nicht richtig, wenn die Gemeinde mit Steuergeld solche Kosten übernimmt“, sagt Ebert.

Diskussionen über die Rechnung dürfte es auch in der vergangenen Fraktionssitzung der SPÖ gegeben haben, dabei sollen erstmals Gemeinderäte Kritik an Schroll geäußert haben, das wird zumindest von Sitzungsteilnehmern gegenüber der NÖN berichtet. Das will Schachner, die ebenso per Video an der Sitzung teilgenommen hat, so zwar nicht ganz bestätigen, erklärt aber: „Die Ansicht der SP-Fraktion ist, in Zukunft derartige Dinge anders zu machen.“ Gegenüber der NÖN verteidigt sie das Vorgehen des Stadtoberhaupts. „Es war seit Langem wieder eine Kulturveranstaltung in Ybbs. Der Bürgermeister glaubte, dass er den Leuten etwas Gutes tut“, sagt Schachner.

Aufgeflogen ist die Sache übrigens, weil die Rechnung direkt auf Alois Schroll ausgestellt wurde, sein Ansinnen aber war, dies auf Stadtgemeinde Ybbs umzuändern. Schroll selbst will zur Angelegenheit nichts sagen und erklärt: „Der Prüfbericht ist Teil des Prüfungsausschusses und daher nicht öffentlich.“ Bei der ÖVP stellt man sich allerdings jetzt die Frage, ob es sich bei der Rechnung um einen Einzelfall handelt. „Der Prüfungsausschuss kann aber nur prüfen, was er auch findet“, erklärt VP-Stadtrat Gert Kratzer.