Melk: Bewegung entlang der Melker Südspange. Weitere Erschließung ist Thema zwischen Stadtgemeinde und Stift Melk. ÖVP-Stadtchef Patrick Strobl überlegt Start von zweiter Baurechtsaktion.

Von Markus Glück. Erstellt am 22. Juli 2021 (05:11)
Bewegung entlang der Südspange Melk
Aktuell seien 19 Baugründe vergeben, für zehn weitere gibt es Reservierungen.
Haslinger/ extremfotos.com

Das Gebiet entlang der Südspange gilt als größtes Entwicklungsgebiet der Bezirkshauptstadt in den kommenden Jahrzehnten. Insgesamt umfasst das Stadtentwicklungsgebiet Süd rund 850.000 m² an Fläche, ein Bruchteil davon, etwa 250.000 m, ist bereits verbaut bzw. steht der Stadtgemeinde nicht zur Verfügung.

Zwei Projekte sind dabei bereits auf Schiene. Im Osten, im Bereich des Avawegs, plant die Wohnungsgenossenschaft „Waldviertler Wohnen“ (WAV) ein Wohnprojekt mit 96 Wohnungen samt zwölf Reihenhäusern. 33 Wohnungen sind dabei für „Junges Wohnen“ reserviert. Der Baustart ist für den Sommer geplant.

Etwas holpriger startete das einstige Prestigeprojekt von ÖVP-Bürgermeister Patrick Strobl in der Nähe der Birago Kaserne. Nach Kritik von SPÖ und FPÖ kam das Interesse an den 35 Baurechtsgründen nicht wirklich in die Gänge. Nach mehr als zwei Jahren der Schaffung der Baurechtsgründe folgte im vergangenen Frühjahr der erste Baustart. Im März waren insgesamt sieben Baugründe vergeben. Erst im Frühjahr erneuerten SPÖ und FPÖ ihre Kritik und Sprachen von einem „glücklosen Projekt“.

Naturgemäß anders sieht Strobl die Situation um die Baurechtsgründe. Aktuell seien 19 Baugründe vergeben, für zehn weitere gibt es Reservierungen. „Binnen eines Jahres, wo die notwendige Infrastruktur bei den Gründen vorhanden war, haben wir rund 50 Prozent der Baugründe vergeben. Das ist ein klarer Beweis, dass das Modell funktioniert“, betont Strobl.

Gegenüber der NÖN kündigt er zudem bereits eine Erweiterung der Baugrundstücke an. Dafür müssen aber 70 Prozent der aktuellen Gründe vergeben sein, wie er klar stellt. Richtung des aktuellen Walls könnten weitere 15 Baurechtsgründe entstehen. „Die aktuelle Vergabe wird abgewartet, dann entwickeln wir weiter“.

Wie es danach mit den Bautätigkeiten in den nächsten zehn Jahren weiter gehen soll, ist derzeit Bestandteil von Gesprächen zwischen Stift Melk und der Stadtgemeinde. Offen ist, ob danach die Erschließung im Bereich Mitterbreite oder vom Osten neben dem Bau der WAV fortgesetzt wird.

Auch Wirtschaftspark entlang der Südspange geplant

Neben den Wohnbauten ist derzeit weiterhin auch der Wirtschaftspark entlang der Südspange neben dem Erweiterungsgebiet der Birago-Kaserne Thema. Der Wirtschaftspark soll gemeinsam mit St. Leonhard, Zelking-Matzleinsdorf und Schollach errichtet werden. Insgesamt stehen im Erweiterungsgebiet der Südspange rund 74 Hektar Betriebsfläche zur Verfügung, die Fläche befindet sich im Besitz des Stifts Melk. Im März äußerte Schollachs Bürgermeister Walter Handl (ÖVP) allerdings Skepsis über die unklaren Verhältnisse bei der Flächenverteilung zwischen Baurechtsgründen und Verkaufsgrundstücken.

Laut Strobl soll die Fläche jeweils zur Hälfte als Baurecht- sowie Kaufgrundstück möglichen Betrieben angeboten werden. Indes gibt es laut Strobl auch zwei Investorengruppen, die Interesse am Grundstückserwerb im Bereich des Wirtschaftsparks angemeldet haben. Derzeit laufen Gespräche zwischen Stadt und den möglichen Investoren: „Es gibt eine gute Gesprächsbasis. Die Frage ist aber, wie schnell diese bereit sind, zu investieren.“ Offen ist auch noch die Frage, ob für die Errichtung eine Gesellschaft oder ein neuer Verband zwischen den Gemeinden gegründet wird. Ende 2021 sollen die Fakten auf dem Tisch liegen.

Die rasche Umsetzung, geplant ist die Ansiedlung der ersten Betriebe im Jahr 2022, ist für die Stadtgemeinde auch deshalb wichtig, da im Betriebsgebiet Ost in direkter Nähe zur Autobahnauffahrt bis zum Sommer alle Flächen vergeben sein sollen. „Derzeit gibt es zwei Interessenten. Ich gehe davon aus, dass wir über den Sommer die letzten Flächen vergeben. Danach brauchen wir dringend neue Betriebsflächen, um Arbeitsplätze zu schaffen“, bekräftigt Strobl.