Covid: „Problem ist die Spaltung“

Gastronomie nicht erfreut. Gasthaus Bsteh stellt bei 2G auf Take-away um.

Susanne Jaritz Erstellt am 15. September 2021 | 05:28
Walter Kruspel
Harlekin-Cafétier Walter Kruspel (rechts) in Mistelbach appelliert an den Hausverstand der Menschen. Für ihn ist mittlerweile das größte Corona-Problem die Spaltung der Gesellschaft.
Foto: Michael Pfabigan

Ab 15. September treten neue Covid-Verordnungen in Kraft. Diese folgen einem Stufenplan, der sich nach der Intensivbettenauslastung richtet. Bei zehn Prozent gibt es neue Maskenverordnungen und bei 20 Prozent haben Ungeimpfte keine Zutritte mehr.

Was sagt die Gastronomie im Bezirk Mistelbach zu diesen Verordnungen? Ein beliebtes Lokal in Mistelbach ist das Café Harlekin. Dort herrscht reger Betrieb und es war sogar eine Outdoor-Bar für den Abend geplant, aber daraus wird wohl nichts: „Die Nachtgastronomie hat ein schlechtes Image bekommen. Um 23 Uhr ist die Stadt wie ausgestorben,“ sagt Cafétier Walter Kruspel.

Dies habe viel mit der allgemeinen Angstmache zu tun. Zwar sei er selber geimpft und befolge selbstverständlich alle Maßnahmen, jedoch blicke er bei den neuen Maßnahmen nicht mehr ganz durch.

Mehr Eigenverantwortung ist gefragt

Die Situation in Mistelbach ist an und für sich gut: weniger Erkrankungsfälle als in anderen Regionen, niedrigste Todesrate österreichweit. Für Kruspel gibt es nur zwei Möglichkeiten: „Entweder man geht in die Eigenverantwortung und achtet auch auf sein Immunsystem oder man lässt sich impfen.“

Er halte nichts davon, die Leute zur Impfung zu zwingen, viel wichtiger sei die korrekte Aufklärung rund um das Thema Corona und Impfung, so Kruspel. „Das wirkliche Problem ist die Spaltung der Gesellschaft. Die ist noch schlimmer als die Krankheit selber,“ zeigt sich der Gastronom überzeugt. Es fehle ihm in der Gesellschaft an Hausverstand. „Den Stein des Weisen gibt es auf keiner Seite. Wir müssen Respekt vor anderen Meinungen haben,“ sagt Kruspel.

Gäste zeigen Verständnis und hohe Bereitschaft

Das Gasthaus mit Gästehaus Bsteh in Wulzeshofen bietet neben einer Tagesgastronomie auch Raum für Veranstaltungen. Inhaber Markus Bsteh meint, dass er sich in die neuen Verordnungen wie immer zunächst einlesen müsse. Er befürwortet die Corona-Maßnahmen und meint, dass er alle Maßnahmen tragen würde.

„Wir kontrollieren jetzt und in Zukunft,“ so Bsteh. Auch vonseiten der Gäste gebe es Verständnis und eine hohe Bereitschaft. Dass Ungeimpfte nun bald „außen vor bleiben“ sieht er als den einzigen, gangbaren Weg zur Normalität.

Er stütze sich auf die Berichte der Medien und derzeit sagen diese, dass fast ausschließlich Ungeimpfte auf den Intensivstationen liegen. „Ich bin geimpft und auch meine Mitarbeiter – wir müssen noch durchhalten,“ so Bsteh. Sobald die 2G-Regelung in Kraft tritt, will Markus Bsteh wieder ein Take-away für Ungeimpfte anbieten.