EU-Wahl: ÖVP holt in 35 von 36 Gemeinden Mehrheit. Klares Ergebnis im Bezirk Mistelbach: +7,1 Prozent Zugewinn für die ÖVP. die Türkisen halten aktuell bei 47,2 Prozent. Moderate Verluste für SPÖ und FPÖ, letztere wurden zweitstärkste Partei in 21 von 36 Gemeinden.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 27. Mai 2019 (06:36)

Als um 17 Uhr das Ergebnis zur ersten Exit Poll-Analyse über die Bildschirme flimmerte und ein sattes Plus für die ÖVP auswies, blieben die wenigen Funktionäre in der Bezirkszentrale ruhig: Nach den Ergebnissen in den eigenen Gemeinden hatte man die Zugewinne erwartet, wirklich aussagekräftig waren sie für sie nicht. Denn viel spannender war für sie die Frage, wie es mit der Bundesregierung weitergehen wird, die sich am nächsten Tag einem Misstrauensvotum stellen musste.

Das Endergebnis (Ohne Wahlkarten): 47,42 %, 7,1 % Stimmenzuwachs. Die ÖVP ist im Bezirk in 35 von 36 Gemeinden Nummer 1, in Unterstinkenbrunn gewann sie gar 13,2 Prozentpunkte dazu. Schwärzester (türkisester) Ort im Bezirk ist Ottenthal mit 70,9 Prozent.

Weniger ruhig ging es auch im Bezirksbüro der SPÖ zu: Die ersten Rückmeldungen der Funktionäre waren durchwachsen. "Je größer die Gemeinde, desto besser schneiden wir ab", hoffte SPÖ-Viertelsmanager Hans Keminger um 17 Uhr. Das Ergebnis lag dann doch  wieder unter der 20 Prozent-Marke: 18,4 Prozent im Bezirk, ein Minus von 0,3 %. Mehr schmerzt allerdings, dass nur noch eine der vier SPÖ-Mehrheitsgemeinden im Bezirk bei dieser Wahl mehrheitlich rot blieb. Nur noch in 13 Gemeinden sind sie zweitstärkste Partei, in 21 müssen sich die Sozialdemokraten mit Platz 3 zufrieden geben.

Die FPÖ war zufrieden, Bezirksparteiobmann Michael Bernard war, laut Beobachtern am Sonntagabend tiefenentspannt: Nur 0,34 Prozent Minus, in 21 Gemeinden Platz Zwei, in Wilfersdorf und Großkrut verpassten sie den zweiten Platz um jeweils zwei Stimmen - damit lässt es sich nach der Aufregung um das Ibiza-Video und den Turbulenzen, in die die Partei geraten ist, gut leben.

Die Grünen feiern ihre Wiederauferstehung: In Wolkersdorf holten sie sich ich Platz Zwei, Bezirksweit mussten sie ein leichtes Minus von 0,9 Prozent hinnehmen. In immerhin 11 Gemeinden konnten sie Zugewinne verzeichnen.

Gewonnen haben die NEOS. Allerdings nur 0,3 %. Ihre Hochburgen: Wolkersdorf, wo sie gerade einen Gemeinderatswahlkampf geschlagen haben und Mistelbach, wo sie ihren einzigen Gemeinderat im Bezirk haben.