Freibäder: An heißen Tagen viel Besuch . Freibäder haben 2020 keinen leichten Stand: Trotz Wetterumschwüngen und Abstandsregeln hofft man auf Badegäste.

Von Florian Mark. Update am 05. August 2020 (03:46)
Unterstinkenbrunns Bürgermeister Matthias Hartmann und Bademeisterin Sandra Hochmayer im Freibad Unterstinkenbrunn.
zVg

Knapp 500 Besucher täglich wurden im Freibad Unterstinkenbrunn gezählt. Damit sei noch etwas Platz nach oben, berichtet Unterstinkenbrunns Bürgermeister Matthias Hartmann. Trotz den wechselhaften Wetterbedingungen der letzten Wochen sei der Besucherandrang aber durchwachsen gewesen.

„Natürlich hat uns das verregnete Wetter nicht gefreut, dafür hatten wir in den letzten Wochen aber auch wunderschöne Badetage mit vielen Besuchern. Manche nahmen sogar längere Anfahrtswege in Kauf und waren zum ersten Mal hier.“ Um den Besuchern einen sicheren Aufenthalt gewähren zu können, wurden im Bad auch angemessene Maßnahmen getroffen.

„Wir haben seit einiger Zeit ein neues EDV-System für den Eintritt. Daten und Adresse jedes einzelnen Besuchers werden erfasst, damit sie im schlimmsten Fall über eine Covid-19-Infektion benachrichtig werden können.“ Zusätzlich würden die Besucherzahlen gezählt, damit die maximal zulässige Zahl kontrolliert werden kann.

Auch im einst von Kaiserin Elisabeth gestifteten Freibad Kreuzstetten läuft der Betrieb mit ähnlichen Maßnahmen weiter, wie Ursula Gamerith, gemeinsam mit ihrem Mann Johann Pächterin des Bades, erzählt. „Wir achten sehr darauf, dass maximal 120 Personen gleichzeitig anwesend sind, damit jeder seine zehn Quadratmeter Raum bekommt. Auch in unserer Kantine wurden die üblichen Maßnahmen mit Plexiglas-Schilden ergriffen.“

Die Besucherzahlen seien in Kreuzstetten durchaus zurückgegangen, vor allem ältere Personen hätten anscheinend Angst vor einer Infektion. „Positiv kann ich erwähnen, dass die Gemeinde uns als Pächtern sehr entgegengekommen ist!“, sagt Gamerith.

Das im Jahr 2003 errichtete Erlebnisfreibad in Rabensburg wurde diesen Sommer auf 350 Gäste beschränkt. Im Gegensatz zu Unterstinkenbrunn musste diese Beschränkung schon einige Male durchgesetzt werden, wie aus dem Büro von Bürgermeister Wolfram Erasim zu hören ist.

Ankommenden, neuen Gästen bliebe dann nichts übrig, als draußen auf eine Eintrittsmöglichkeit zu warten. Das Freibad Rabensburg empfange traditionell viele Gäste aus Tschechien und der Slowakei, was auch dieses Jahr nicht anders sei, so der Ortschef.

Von einem etwas gedämpften Andrang, aber „durchaus zufriedenen Gästen“ könne man im Sommerbad Wolkersdorf sprechen. „Aufgrund der heuer nötigen Maßnahmen - Abstandskontrollen und räumlich getrennte Ein- und Ausgänge - mussten wir sogar zusätzliches Personal einstellen“, sagt Stadtamtsdirektor Franz Holzer.

Auch im Weinlandbad in Mistelbach werde der Bade- und Gastronomiebetrieb fortgeführt, wobei bei Letzterem mit gekennzeichneten Linien Abstand und Besucherströme kontrolliert würden. „Vor allem bei den Abstandsregeln beobachten wir wenig Eigenverantwortung. Besonders Kinder und Jugendliche ignorieren sie“, sagt Christoph Gahr von der Stadtgemeinde Mistelbach auf Anfrage der NÖN.

Aktuell würden die Besucherzahlen des Weinlandbades bei 60% der Zahlen des Vorjahres liegen, von den Saisonkarten wurden etwa 20% weniger als 2019 verkauft. Auch in Mistelbach ist jedoch zu beobachten: Eher die Wetterlage als die waltende Vorsicht in Zeiten von Corona scheinen die Lust auf einen Freibadbesuch zu trüben. „An den sehr heißen Tagen sehen wir sogar Besucher aus Wien, die zu uns kommen, wenn die Wiener Bäder voll sind“, schildert Gahr.

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