Gastro-Neustart: „Freuen uns auf die Gäste“. Platz ist in den Restaurants kein Problem. Kleine fürchten aber um die Stammgäste.

Von Michael Pfabigan, Johann Hochleithner und Werner Kraus. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:13)
Auf der Terrasse genossen Bürgermeister Thomas Grießl und Pfarrer Bernd Kolo den ersten Besuch im Restaurant Neustifter: Brigitte Neustifter, Ingrid Kraus, Monika Neustifter, Lenka Horka, Ulrika Nemecek, Bernd Kolo und Thomas Grießl.
Werner Kraus

Mit 15. Mai durfte die Gastronomie nach der Coronasperre wieder aufmachen. Die NÖN machte den Lokalaugenschein in drei Lokalen.

Am Wochenende konnte man einen wunderschönen Blick von der Terrasse des Poysdorfer Restaurants im Hotel Neustifter auf den Golfplatz und die Weinviertler Landschaft genießen und dabei genussvoll essen und trinken.

Für Geschäftsführerin Monika Neustifter ist das Einhalten der Auflagen kein Problem, da ausreichend Platz ist. „Gestartet wird mit einer bodenständigen saisonalen Karte, wo der Bio-Spargel von Maria Berger aus Altruppersdorf ein besonderes Highlight ist“, sagt Neustifter.

Auch das Hotel beim Restaurant Neustifter war geschlossen: In den vergangenen Wochen sorgte das Bundesheer für Leben im Hotel, Soldaten aus Langenlebarn waren hier für ihren Grenzeinsatz einquartiert. „Ab 29. Mai startet der normale Hotelbetrieb, wo wir uns in den Zimmern mit neuer Klimaanlage auch über die Sommermonate sehr über Gäste freuen“, betont Ulli Nemecek vom Neustifter-Team. „Und wir kümmern uns um die Umsetzung der Maßnahmen und schauen so, dass wir den Gästen ein schönes und genussvolles Erlebnis bieten können“, betont Kellner Aaron Böhm.

Auch der Bürgermeister ist froh, dass mit dem ersten Schritt der Gastronomieöffnung ein wenig Normalität einkehrt: „Gesellschaftliche Kontakte sind wieder möglich, man trifft sich und verbringt so, zwar unter gewissen Sicherheitsvorkehrungen, ein paar gemeinsame gemütliche Stunden“, findet Thomas Grießl: „Die Öffnung ist auch für uns ein wichtiger Schritt im Tourismus. Gutes Essen und ein Glas Wein genießen gehört zu einem Ausflug nach Poysdorf einfach dazu.“

„Ich war schockiert“, sagt die Gaweinstaler Wirtin Maria Klapka, als zu Beginn der Coronamaßnahmen die Wirtshäuser zugesperrt wurden: „Wie kann mir jemand meinen Gasthof und den Hotelbetrieb von heute auf morgen schließen, ohne dass ich etwas angestellt habe?“

Sorge um Zukunft und die Stammgäste

Laufende Betriebskosten, Waren im Lager, welche sie nicht mehr verkaufen konnte, Personal bezahlen - es war ein großes finsteres Loch, in welches sie zu fallen glaubte. „Ich weiß aber noch nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll.“ Sie ist aber über die Teilöffnung des Wirtshauses froh.

Platzangebot für die Besetzung der Tische mit maximal vier Personen sowie den zur Familie gehörenden Kindern hat sie. Probleme werden die Stammtischrunden haben. War am Jahresanfang schon das Rauchverbot ein nachweislicher Faktor für Gästeschwund, kann das langsame Anlaufen des Gastbetriebes den Schaden nicht kompensieren.

Josef und Lisi Esberger mit ihren Kindern Marie Valerie, Josef und Benedikt sowie Chefin Maria Klapka und Tatjana Klapka.
Johann Hochleithner

Sie hofft, dass der ab 29. Mai wieder erlaubte Hotelbetrieb trotz gesetzlicher Einschränkungen etwas zum wirtschaftlichen Aufleben beitragen wird.

Auch im Gaweinstaler Gasthaus Eveline Wimmer ist man über die Teilöffnung der Gastronomie froh. „Wir freuen uns, dass nach dieser langen Zwangspause wieder Gäste kommen“, so die Wirtin. „Wir hatten zwar einiges mit dem Essen auf Rädern abgefangen, aber zu einem Wirtshausbetrieb gehören einfach die Gäste.“

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