Geändertes Trauern in Coronazeiten. Die Pandemie drückt auch den Trauerfeierlichkeiten ihren Stempel auf: Kondolenzschreiben und Feuerbestattung boomen.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:51)
Allerheiligen und Allerseelen finden heuer deutlich ruhiger statt. In Zeiten der Pandemie werden sie auch kontaktloser, viele lassen sich einäschern.
Katrin Schlegelhofer

Weniger Trauerteilnehmer, keine Umarmungen und Mund-Nasen-Schutz in der Kirche - auch Allerseelen und Beerdigungen sind dieses Jahr von Coronamaßnahmen geprägt. „Für Trauernde ist es gerade eine schwierige Zeit“, berichtet Leopold Johann von der Bestattung Pernold in Mistelbach.

Die Unterstützung durch die Trauerteilnehmer ist normalerweise eine kleine Hilfe für die Angehörigen. Doch in Corona Zeiten muss man auf eine große Zahl an Personen verzichten: „Viele kommen doch nicht oder schicken lieber nur ein Kondolenzschreiben“, so Johann.

Auch Umarmungen oder der traditionelle Händedruck sind im Moment nicht erlaubt. „Manchmal passiert es dann aber durch die Emotionen doch“, erzählt Johann.

Waren bis jetzt 500 Leute bei Beerdigungen erlaubt, sind es ab Montag nur mehr 100 Personen. „Das ist aber eh der Durchschnitt“, erklärt Rainer Wernhart , der Bundespressesprecher der Bestatter. Im Vergleich zum Anfang der Krise sind die Einschränkungen bei Beerdigungen jetzt trotz allem besser. „Das kann sich aber schnell wieder ändern“, ist sich Wernhart bewusst.

Auch die Art der Bestattung hat sich durch Corona leicht geändert, einige Familien bevorzugen jetzt die Feuerbestattung. So kann man das Begräbnis unabhängig vom Zeitpunkt der Einäscherung veranstalten, sobald wieder mehr Personen erlaubt sind.

Am beliebtesten ist jedoch immer noch die Erdbestattung, vor allem bei älteren Menschen. Ein neuer Trend ist hingegen die Naturbestattung. „Es gibt fast keine Gemeinde, die nicht Platz dafür schafft“, so Johann.

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