Jugend in den Orten halten

Erstellt am 27. März 2019 | 04:20
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Franz Hugl-Hartmann
Franz Hugl, von RE/MAX: „Gerade rund um Mistelbach wird der Preis weiter steigen.“ Bürgermeister Hartmann: „Wenn es kein Angebot gibt für junge Leute, ziehen diese weg.
Foto: zVg
In Mistelbach werden Preise weiter steigen, Infrastruktur spielt große Rolle.

„Besonders in den Bezirkshauptstädten, die über gute öffentliche Anbindung und über eine gute Infrastruktur verfügen, wird es Preisanstiege geben“, ist Franz Hugl von RE/MAX überzeugt.

Im städtischen Bereich seien vor allem Miet- und Eigentumswohnungen gefragt. „Rund um Mistelbach und entlang der Nordautobahn A 5 bis zur Staatsgrenze rechnen wir aufgrund der raschen Erreichbarkeit mit einem weiteren Ansteigen der Preise. In den Randgemeinden und kleineren Städten sind eher Baugründe und fertige Häuser gefragt“, weiß Hugl. Weil hier die Preise noch moderat sind, suchen hier vorallem Stadtflüchtige und junge Menschen neuen Wohnraum.

Generell ist im Bezirk seit 2002 ein konstanter Zuzug zu bemerken: Damals lebten im Bezirk Mistelbach etwa 72.400 Menschen, heute sind es über 75.400.

Preise entlang A 5 und Ballungszentren steigen

Die Nachfrage nach Immobilien stieg 2018 in Österreich um 6,6 Prozent, gefragt waren vor allem Einfamilienhäuser. RE/MAX-Experte Franz Hugl kann das auch für den Bezirk Mistelbachbestätigen: Die Grundstückspreise steigen konstant an. In Mistelbach zahlt man beispielsweise durchschnittlich 126 und 167 Euro pro Quadratmeter.

Das ist eine Steigerung von bis zu 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in Gaweinstal werden Grundstücke um 73 bis 100 Euro verkauft (+16 %), , in Laa bekommt man den Quadratmeter um 18 bis 38 Euro pro Quadratmeter - Tendenz gleichbleibend. In Wilfersdorf, das seit einem Jahr an der Autobahn liegt, steigen die Grundstückspreise binnen JAhresfrist um 14 % (55-66 Euro/m²), in Drasenhofen gibt es den Quadratmeter noch um wohlfeile 12 bis 18 Euro (+2 %). Sagt zumindest die Grundpreis-Datenbank der Fachzeitschrift „exclusive Bauen & Wohnen“.

Matthias Hartmann, Bürgermeister aus Unterstinkenbrunn, ist will einen anderen Weg gehen und nicht einfach Grünland verbauen, er will die Jugend nicht nur im Ort, sondern auch im Ortszentrum halten: „Früher hat man mit 20 Jahren geheiratet und Haus gebaut, heute dauert die Jugend viel länger. Erst mit 30, 35 wird das Hausbauen ein Thema. Wenn für die Gruppe dazwischen kein Angebot fürs Wohnen besteht, ziehen diese Leute weg.“

Um das zu schaffen, will er bestehende Häuser im Ort nutzten bzw. für die Neuverbauung frei machen „Es wurden schon viele Objekte vermietet und das Vermietungsthema ist bei der Bevölkerung auch positiv besetzt“, sagt Hartmann. Und damit das Wohnen für Junge auch wirklich leistbar ist, werden momentan acht Wohneinheiten, speziell für die Jugend errichtet.

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