Jugendgesetz verschärft: Schnaps-Verbot für 16-Jährige. Ab 1. Jänner 2019 wird der Konsum von Tabak und Spirituosen für Jugendliche erst ab 18 Jahren gestattet sein. 

Von Stefanie Markon. Erstellt am 03. Januar 2019 (04:27)
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Mit 1. Jänner 2019 tritt eine Novellierung des Jugendschutzgesetzes in Kraft: Der Konsum von Tabakwaren - also das Rauchen - wird künftig erst ab 18 Jahren erlaubt sein. Auch für den Konsum von Alkohol gibt es eine Änderung: Künftig wird eine Differenzierung von 16 und 18 Jahren bestehen, wobei „harte“ Getränke erst ab 18 Jahren konsumiert werden dürfen. 

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Derzeit ist es so, dass es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen zum Alkoholverbot gibt. Teils zum Schutzalter - ob 16 oder 18 Jahre - , teils zur Beschaffenheit des Alkohols wie der Splittung des Schutzalters nach den Volumprozenten der alkoholischen Getränke. Seit Jahren wurde auch eine generelle Anhebung des Schutzalters von 16 auf 18 Jahre diskutiert. 

„Wir als Polizei haben Mitwirkungsrecht für die Ausführung der Gesetze, im Großen und Ganzen werden wir es jedoch handhaben wie bisher nur eben mit den geänderten Bedingungen. Wie sich das in der Praxis bewähren wird, werden wir dann sehen. Eines ist aber schon klar: Alles, was das Anheben des Schutzalters bezüglich der harten alkoholischen Getränke betrifft ist begrüßenswert“, ist Kriminalreferent Lambert Bergauer überzeugt.

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Rauchpause. Die Zigarette ist Jugendlichen unter 18 Jahren ab dem kommenden Jahr verboten.

„Wir drei Direktionen im Bundesschulzentrum sehen dieser Gesetzesänderung gelassen entgegen. Schon jetzt gilt ein Rauchverbot auf der gesamten Schulliegenschaft und das funktioniert seit Schulbeginn recht gut“, so Direktorin Isabella Zins vom BORG Mistelbach. „Wir Direktoren waren darauf bedacht, dass Anrainer nicht belästigt werden. Daher ist das Rauchen auf einen kleinen öffentlichen Bereich bei der Sporthalle beschränkt, ab 1.1.2019 eben erst ab 18 Jahren. Das wird auch kontrolliert werden, wobei die Hauptverantwortung bei den Eltern und Jugendlichen liegt. Insgesamt haben die strengeren Regeln sicher dazu geführt, dass weniger Schüler rauchen und das ist gut so“, betont Zins.

Zurückhaltend zeigt sich die Gastronomie zum Thema: Peter Sachs von der Disco Sachs in Altlichtenwarth will ebenso kein Kommentar abgeben wie der Sprecher der Wirte im Bezirk, Roland Kramer vom Neunläuf in Hobersdorf.

Ein Trafikant in Laa schmunzelt über die Verschärfung des Gesetzes: „Man darf mit 16 Jahren wählen gehen und mit Einverständnis der Eltern heiraten, aber erst ab 18 Jahren rauchen. Das ist für mich etwas unverständlich.“ Ein großes Problem sieht er für die Trafikanten jedoch nicht: „Die meisten Kunden kennt man sowieso schon.“ Oft seien es schon Kinder, die mit ihren Eltern ins Geschäft kamen und diese sehe man aufwachsen und wisse, ob sie schon alt genug seien, um Zigaretten zu kaufen. „Das ist in Wien ganz anders“, meint der Trafikant.

„Man möchte die Kunden ja nicht verärgern, aber wir bekommen eben auch den Auftrag für die Kontrollen."Trafikant in Laa

Manche Jugendliche würden etwas beleidigt reagieren, wenn man sie nach dem Ausweis frage: „Man möchte die Kunden ja nicht verärgern, aber wir bekommen eben auch den Auftrag für die Kontrollen. Wir selbst werden ja auch zwei Mal im Monat kontrolliert, ob wir Jugendliche, die jünger aussehen, nach dem Ausweis fragen oder nicht.“

Es sei schwierig Personen auf ihr Alter zu schätzen, weiß der Trafikant. „Wir haben das Glück, dass viele Jugendliche den Ausweis ungefragt zeigen“, sagt der Laaer Trafikant: „Die Touristen, die zu uns kommen, sind meist auch ältere Herrschaften, ansonsten fragen wir schon nach dem Alter. Deshalb machen wir uns auch nicht all zu viele Gedanken über das neue Gesetz, man wird sowieso sehen, wie das Ganze bei der Bevölkerung ankommt.“ 

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