Mangel an Lehrern zum Schulstart

Erstellt am 30. August 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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Bildungsdirektorin Brigitte Ribisch erwartet sich ein Schuljahr, in dem wieder Ruhe in die Schulen einkehrt. Sorgen bereitet ihr der Lehrermangel.
Foto: Karin Widhalm
Pensionierungen, Schwangerschaften und Anreise mit den Öffis: Junglehrer im Bezirk Mistelbach wissen um ihren Wert bei der Planung.

„Dieses Schuljahr soll ein Jahr werden, in dem wir wieder zur Ruhe kommen“, hofft Brigitte Ribisch, Bildungsmanagerin für das Weinviertel: Corona ist, zumindest zu Schulbeginn, kein großes Thema mehr, jetzt gehe es daran, die Schul- und Klassengemeinschaften, die in der Pandemie gelitten haben, wieder zu stärken.

„Wir haben Klassen, die konnten gar nicht richtig zu einer Gemeinschaft zusammen wachsen“, weiß Ribisch: keine Kennenlerntage, keine Skikurse. Und auch Homeschooling war nicht hilfreich beim Finden neuer Schulfreunde. Zurückkehren müssen auch die meisten Kinder aus dem häuslichen Unterricht, zumindest jene, die keine Externistenprüfung abgelegt oder die nicht geschafft haben. Bis zu 20 Eltern im Weinviertel wollen ihre Kinder überhaupt nicht mehr in die Schule schicken und gehen dafür sogar bis zum Verwaltungsgerichtshof.

Neue Lehrer zu bekommen ist schwer

Problematisch ist die personelle Lage bei den Lehrern. Im Weinviertel gibt es knapp 3.000 Lehrer, neue zu bekommen, sei schwer. „Außerdem sind wir noch in der Pensionierungswelle, da wird noch einiges auf uns zukommen“, weiß Ribisch.

Früher gab es im Weinviertel beispielsweise viele Junglehrer aus dem Waldviertel, die sich, beginnend von Gänserndorf aus schrittweise Richtung Heimat haben versetzen lassen. „Das gibt es heute nicht mehr, die Regionen brauchen ihre Junglehrer selbst“, weiß Ribisch. Verschärft wird die Situation zudem durch viele Schwangerschaften im Lehrkörper - auch diese Lehrerinnen fallen jetzt für einige Jahre aus.

Mehr Lehrer als früher haben sich von Wien aus nach NÖ versetzen lassen: „Das kann am Parkpickerl liegen. Manche haben in der Pandemie erkannt, dass es sich am Land besser leben lässt“, sagt Ribisch. Da ist allerdings das Thema Mobilität ein Problem. Denn viele dieser Wien-Auspendler wollen mit den Öffis kommen - Schulen, die nicht an den Hauptverkehrswegen liegen, haben es da nicht einfach.

„Jemand, der im 15. Bezirk wohnt, wird es schwer haben, nach Enzersdorf im Thale (Bezirk Hollabrunn) zu kommen, sagt Ribisch. Der Verhandlungsspielraum für die Bildungsdirektion ist zudem in dieser Frage gering: „Die Lehrer wissen, dass wir sie brauchen“, seufzt Ribisch.

Ausnahme: Lehrer der Sekundarstufe II (alles, nach der Pflichtschule) seien bereit, weitere Strecken zu ihrem Arbeitsort zu fahren.

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