Missbrauchsverdacht - Anzeige kam von Tochter. Der 57 Jahre alte Mann aus dem Bezirk Mistelbach, dem vorgeworfen wird, seine beiden Töchter und zwei Enkel sexuell missbraucht zu haben, ist von seiner Tochter angezeigt worden.

Von APA Red. Erstellt am 22. Februar 2019 (10:15)
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Wie Friedrich Köhl von der Staatsanwaltschaft Korneuburg am Freitag mitteilte, war die Anzeige im Jänner erfolgt. Über den Verdächtigen wurde am Mittwoch die Untersuchungshaft bis zum 20. März verlängert.

Als Haftgründe wurden Tatbegehungs- und Verdunklungsgefahr angenommen. Ermittelt wird gegen den Mann der Anklagebehörde zufolge wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Blutschande. Im Fall einer Verurteilung drohen dem 57-Jährigen bis zu zehn Jahre Haft.

Der Beschuldigte war am 6. Februar festgenommen worden und war bei der Einvernahme nicht geständig. Die sexuellen Übergriffe auf die Töchter sollen laut Exekutive vor 2012 stattgefunden haben. Ab wann die Enkeltöchter missbraucht worden sein sollen, war Gegenstand von Ermittlungen.

Eine der Töchter des 57-Jährigen hat nach Exekutivangaben gemeinsam mit ihren beiden Mädchen bei dem Mann gewohnt. Nach dem Tod der Frau Ende 2017 sei dem Verdächtigen die Obsorge für die zwei Enkeltöchter übertragen worden, die dieser von 2018 an bis zur Festnahme ausübte. Den Wohnort der zweiten Tochter des Mannes - von ihr stammt laut Staatsanwaltschaft die Anzeige - gab die Polizei nicht bekannt.

Verteidiger: Vorwürfe "frei erfunden"

Der Verteidiger des unter Missbrauchsverdacht stehenden 57-Jährigen aus dem Bezirk Mistelbach hat am Freitag die gegen seinen Mandanten erhobenen Vorwürfe als "frei erfunden" bezeichnet. Jene Tochter, die den Verdächtigen anzeigte, habe ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater gehabt, sagte Dieter Berthold der APA. Dem Rechtsanwalt zufolge ist der 57-Jährige verheiratet.

Die Tochter, die Anzeige erstattete, habe sich "die Namen und Geburtsdaten ihrer Eltern in den Halsbereich tätowieren lassen", sagte der Verteidiger. Als der Verdächtige im Vorjahr aufgrund einer schweren Erkrankung in einem Krankenhaus auf der Intensivstation lag und die Tochter den Mann aus medizinischen Gründen nicht besuchen durfte, habe sie das sehr mitgenommen. Angesichts der erhobenen Vorwürfe sei ein solches Verhalten der Frau "völlig widersinnig", hielt Berthold fest. "Nach meiner Erfahrung mit Sexualstraftaten suchen Opfer normalerweise in solchen Fällen die Distanz zu den Tätern."

Dass jene Tochter, die Ende 2017 verstarb, mit ihren beiden Mädchen bei dem Verdächtigen und dessen Frau gewohnt hatte, bestätigte Berthold. Nach dem Tod der Frau sei die Obsorge vom Pflegschaftsgericht an den 57-Jährigen übertragen worden, dies sei "durchaus nichts Ungewöhnliches". Als möglichen Hintergrund für diese Entscheidung nannte Berthold, dass es zwischen der Tochter des Verdächtigen und dem Vater ihrer beiden Töchter "Auseinandersetzungen gegeben" habe.