Mit E-Mobilität ein „Zeichen fürs Klima setzen“. Die Zahl der E-Autos im Weinviertel steigt. Mittlerweile sind über 400 im Bezirk Mistelbach angemeldet.

Von Roxanna Schmit. Erstellt am 17. Juli 2019 (04:45)
Susanne Bauer

Immer mehr Elektroautos sind in NÖ unterwegs: Derzeit fahren mehr als 7.000 E-Autos auf den Straßen, Tendenz steigend. Waidhofen/Thaya hat nach Wien den größten Anteil an Autofahrern und laut der aktuellen Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mit 6,1 Prozent auch die meisten neuzugelassenen Elektroautos. Im Bezirk Mistelbach fahren 3,2 Prozent der Autofahrer mit Strom, mit steigender Beliebtheit. Im Dezember letzten Jahres waren 350 E-Autos in Mistelbach angemeldet, im Juni waren es bereits 401.

VCÖ-Experte Gansterer meint jedoch, dass es mehr sein könnten und sollten: „Obwohl der Kauf von E-Autos sehr stark direkt und indirekt gefördert wird, nimmt ihr Anteil nur langsam zu.“ Den Grund dafür sieht er beim Mangel an steuerlichen Maßnahmen und Regulierung von Diesel- und Benzinfahrzeugen. Dem stimmt auch Gerhard Rupp, Pkw-Meister im Raiffeisen Lagerhaus Mistelbach, zu: „Es hängt von vielen Faktoren ab. Vor allem aber von staatlicher Entwicklung und wie die Regierung sich dazu verhält.“

„Wir sind eine moderne Gemeinde. Erneuerbare Energie und Elektroautos gehören da dazu.“Thomas Grießl, Poysdorfer Bürgermeister

Doch warum sollte man in ein Elektroauto investieren? Die Antworten der Mistelbacher Gemeinden sind eindeutig: „Weil wir der Umwelt Gutes tun wollen“, erklärt Robert Schreiber, aus der Baum- und Rebschule Schreiber in Poysdorf, der für seinen Betrieb ein E-Auto nutzt. „Wir arbeiten und denken nachhaltig, deswegen wurde es auch Zeit.“ Auch die Gemeinde Stronsdorf investierte in ein E-Auto, das vom Bauhof genutzt wird. „Ein Elektroauto war am besten für die Gemeinde geeignet, auch um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen“, sagt Bürgermeisterin Karin Gepperth.

Gemeinden zeigen sich sehr zufrieden mit dem Elektrofahrzeug, welches zwecks E-Carsharing verwendet werden. Beispielsweise in Ladendorf: Wir würden so ein Auto wieder kaufen, auf jeden Fall“, meint Anita Strasser, zuständig für Carsharing in Ladendorf und Neubau.

Trotz des Umweltaspekts können mit einem solchen Fahrzeug auch Nachteile kommen, wie Winzer Werner Hauser aus Poysdorf, der sich spontan für den Kauf eines E-Autos entschieden hatte, erkennt:„Es ist zwar in der Erhaltung günstiger und hat einen Fun-Faktor, aber die Verarbeitung und die Reichweite müssen verbessert werden.“ Strasser, pflichtet dem bei: „Die Reichweite ist immer ein Thema.“ Die Gemeinde Poysdorf löste das Problem, indem sie ihr E-Auto umbaute, um die Motorstärke zu verbessern. Bürgermeister Thomas Grießl räumt diese Sorgen scherzend aus dem Weg: „Bisher ist keiner liegen geblieben.“

Christian Bauer, proLAA-Gemeinderat in Laa und Fan der Elektromobilität sei Jahrzehnten, kaufte sich kürzlich ein eigenes Elektroauto. Was er sich davon erhofft? „Vor allem Fahrspass und Ersparnis. Außerdem ein besseres Gewissen gegenüber der Umwelt“.

Akkulauffähigkeit & E-Tankstellen

Dennoch sorgt er sich um die Akkulauffähigkeit, die mit der Zeit abnehmen soll. „Der Akku ist nicht das Problem beim Fahrzeug, es geht um die Wartung. Wenn man nicht nur Schnellladestationen verwendet, hält der Akku länger durch“, erklärt Experte Gerhard Rupp.

Probleme mit den E-Tankstellen scheinen jedenfalls gelöst zu sein. „Unsere Stromtankstelle hatte zu Beginn noch ein paar Kinderkrankheiten, die gibt es jetzt nicht mehr“, berichtet Bürgermeister Matthias Hartmann aus Unterstinkenbrunn. In Stronsdorf ist die Erneuerung der E-Tankstelle für nächstes Jahr geplant: „Es gab bisher keinen geeigneten Platz.“

Gaubitsch verwendet die „Stromgleiter“, auch für E-Carsharing. Sie gelten als die Blaupausen für viele derartige Projekte in der Region. Alois Mareiner, Gaubitschs Bürgermeister, äußerte noch einen Wunsch: „In letzter Zeit fahren immer weniger Einwohner mit dem E-Auto, es wäre schön, wenn es mehr täten.“

Umfrage beendet

  • Gehört den E-Autos die Zukunft?