Musical „Joseph“ wird neuerlich verschoben. A-Capella-Chor verschiebt zum zweiten Mal seine Produktion, Musikvereinskonzerte nur mit Kammermusik.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 28. Oktober 2020 (17:56)
Der A-capella-Chor Weinviertel begeistert immer wieder mit seinen Konzerten. Die gibt es heuer nicht und auch das Musical Joseph wird neuerlich auf 2022 verschoben.
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„Diese Maßnahme bedeutet für mich als Kapellmeister, dass ich in dem Sinne keine Orchesterproben mehr machen kann, sondern nur mehr Kammermusikensembles“, schüttelt Richard Jauk, Kapellmeister beim Musikverein Poysdorf und Umgebung, den Kopf: „ Wenn es so bleibt, dann kann ein Konzert auch nur mehr aus kammermusikalisch Dargebotenem bestehen.“

Die neue Corona-Verordnung bringt für alle Kulturorganisationen im Amateurbereich eine wesentliche Änderung: Laienchöre, Musikkapellen, Laienbühnen, etc. dürfen ab Sonntag nur mehr zu sechst proben bzw. auftreten. Draußen dürfen sie zu zwölft sein.

„Ob wir in diesem Jahr noch einmal proben dürfen, hängt von der weiteren Entwicklung ab!“Reinhard Hirtl, Obmann A-Capella-Chor

„Was das aber auf das Vereinsleben für Auswirkungen hat, kann ich noch gar nicht abschätzen. Je länger dieser Zustand andauert, umso größer wird der Schaden sein“, findet Jauk.

„Solange der Bezirk gelb war, konnten wir noch halbwegs vernünftig proben“, sagt Reinhard Hirtl, Obmann des A-Capella-Chores Weinviertel: „Seit drei Wochen ist Mistelbach orange. Die letzten drei Wochen mussten wir mit Mund-Nasen-Schutz singen. Abstand zwei Meter. Verkürzung der Singzeiten und Verlängerung der Lüftungszeiten. Ich war überrascht, dass trotz MNS ein gemeinsames Singen möglich war.“

Wenig anfangen kann Hirtl mit den neuen Vorgaben: „Da kann eine sinnvolle Probe nicht mehr stattfinden!“, glaubt Hirtl. Die aktuelle Situation sei für den A-Capella-Chor sehr herausfordernd. „Aufgrund der aktuellen Zahlen haben wir uns dazu entschlossen, das Musical Joseph wieder zu verschieben. Eine Durchführung im Frühjahr 2021 wäre sehr unverantwortlich gewesen und ist laut derzeitiger Entwicklung unrealistisch“, sagt Hirtl.

Stadtsaal für 2022 reserviert

Der Stadtsaal Mistelbach wurde bereits für 2022 reserviert, der Verlag habe bereits sein Okay gegeben. Die Premiere findet am Freitag, den 25. März 2022 statt: „Das ist mittlerweile die dritte Premiere: 20. März 2020, 12. März 2021 und jetzt 25. März 2022“, zählt Hirtl die bisher geplanten Termine auf.

Verschoben wurde bereits das 40-Jahr-Jubiläum des Chores (derzeit Dezember 2021). Die zwei Weihnachtskonzerte in Pfarrkirchen ohne Kartenvorverkauf und mit freier Platzwahl wurden ebenfalls abgesagt. „So proben wir seit Mitte September in einer Kleingruppe und arbeiten an unserem Repertoire, legen das Hauptaugenmerk auf Intonation, Dynamik, Chorklang“, sagt Hirtl: „,Wir trainieren unsere Stimmbänder und halten so die sozialen Kontakte aufrecht. Zumindest bis jetzt, denn ob wir in diesem Jahr noch einmal proben dürfen, hängt von der weiteren Entwicklung ab.“

„Wir müssen damit umgehen lernen und derzeit halt in kleinen Gruppen beim religiösen Leben in Poysdorf mitwirken“, sagt Judith Bös vom Stadtkirchenchor Poysdorf: „Es kann aber auch eine neue Chance sein, aus dem Normaltrott, wie wir seit Jahren unseren Chor führen, herauszukommen und mit neuen Ideen und Sichtweisen durchzustarten.“

Der Kunstverein Mistelbach eröffnet im Barockschlössl seine nächste Ausstellung am 30. Oktober trotz der neuen Vorgaben: „Nur mit Sitzplätzen und Regis-trierungszettel, aber ohne Speisen und Getränken“, sagt Obfrau Mariana Ionita: „Wir hoffen, dass das so klappt.“

Keine Auswirkungen haben die Maßnahmen vorerst auf das demnächst geplante Kulturprogramm der Stadtgemeinde Mistelbach: „Es ist alles im Stadtsaal, wir haben zugewiesene Sitzplätze und es wird keine Ausschank von Getränken und Speisen geben“, sagt Kulturstadtrat Josef Schimmer.